Werkraum Bregenzerwald

Manfred Alois Mayer, „Ohne Titel“, 1989; Foto: M.A. Mayer

09.05.2017 - 23.05.2017

Werkraum Bregenzerwald
Hof 800
6866 Andelsbuch
Österreich

Ausstellungsgespräche zu Farbe und Gestaltung Di, 9. und 23. Mai, jeweils 19 UhrWerkraumhaus in AndelsbuchEintritt frei!

Die Werkraumschau „Farb“ (noch bis 27. Mai) bildet den Rahmen für zwei abendliche Diskussionsveranstaltungen. Eingeladen sind jeweils zwei ExpertInnen aus den Bereichen Design, Architektur und Kunst, die sich auf unterschiedliche Art und Weise in ihren theoretischen und praktischen Arbeiten mit dem Thema Farbe befassen. Impulsvorträge führen in die jeweiligen Auseinandersetzungen ein, gefolgt von einem diskursiven Austausch (Moderation: Thomas Geisler, Leiter Werkraum Bregenzerwald). Die Gespräche richten sich neben den Werkraum- Mitgliedern und FreundInnen des Werkraums an alle Interessierte an Objekt- und Raumgestaltung.

Ausstellungsgespräch Di, 9. Mai, 19 Uhr

Farb-Spektrum I
Im ersten Gespräch trifft die Einrichtungsexpertin und Designberaterin Barbara Glasner aus Konstanz auf den Südtiroler Künstler Manfred Alois Mayer. Farbe in Design, Architektur und Kunst, seine Bedeutungsebenen und Wirkkraft sollen an Hand der jeweiligen Zugangsweisen erörtert werden.

Barbara Glasner ist Mitherausgeberin des Buchs «Chroma. Design, Architektur & Kunst in Farbe», das 2009 im Birkhäuser Verlag erschienen ist. Sie ist diplomierte Innenarchitektin und arbeitet als Beraterin, Autorin und Kuratorin für Design und Architektur sowie als Creative Director für den Verlag form in Frankfurt/Main. Anlässlich der Int. Kölner Möbelmesse betreute sie für den deutschen Rat für Formgebung von 2001 bis 2007 die Editionen des Projekts «ideal house cologne», u.a. mit Zaha Hadid , Patricia Urquiola, Fernando & Humberto Campana, Konstantin Grcic, Ronan & Erwan Bouroullec und Naoto Fukasawa. Den Werkraum Bregenzerwald lernte sie über ihre Publikation «Wonder Wood» (2012, Birkhäuser Verlag) kennen.

Manfred Alois Mayr arbeitet im Spannungsfeld von Bildkunst und Baukunst. Der Künstler thematisiert (Farb-)räume zwischen Oberfläche und Konstrukt, analysiert Farbexistenzen und Materialkörper formal, geographisch, soziologisch und kulturhistorisch. Fotografisch- enzyklopädisches Sammeln und Archivieren von anonymen Farbanstrichen und Bauprozessen sind Grundlagen seiner künstlerischen Auseinandersetzung. Seine Arbeit charakterisiert eine langjährige Erfahrung in der Untersuchung ortspezifischer Gegebenheiten, daraus resultieren zahlreiche künstlerische Interventionen an öffentlichen und privaten Bauten, u.a. die Fassadengestaltung des Vorarlberg Museum in Bregenz.

Ausstellungsgespräch Di, 23. Mai, 19 Uhr

Farb-Spektrum II

Die zweite Gesprächsrunde dreht sich rund um das Thema Farbe in der Innenraumgestaltung und Architektur. Zu Gast sind der Architekt Nikolaus Bienefeld aus Köln und der Wiener Architekt und Designer Gregor Eichinger.

Nikolaus Bienefeld ist gelernter Schreiner und Architekt. 1996 übernahm er das renommierte Büro seines Vaters Heinz Bienefeld bei Köln. Materialität und Handwerklichkeit bestimmen seinen architektonischen Stil, wie auch seine Möbelentwürfe und Unikate. Die Farbigkeit der Baustoffe, aber auch der Farbanstrich sind oftmals Grundlage seiner farblich-räumlichen Kompositionen, wie etwa beim Haus Kortmann, der Sparkassenzentrale Münster oder dem Gemeindezentrum Blumenberg. Als Professor für Entwerfen, Konstruieren und Gebäudelehre unterrichtet er an der Technischen Hochschule Köln. Eine Exkursion der FreundInnen des Werkraums führte 2016 zu den Bauten von Peter Zumthor in Köln und Umgebung und jenen von Nikolaus und Heinz Bienefeld.

Gregor Eichinger versteht Emotionen als Baustoff und versucht jeden Entwurf sinnlich erfahrbar zu machen – Farbe spielt dabei eine wichtige Rolle. Mit seinem Interesse für Oberflächen und Codes macht er lokal-spezifisches international lesbar. Damit prägte er einen neuen Wiener Stil, der sich u.a. in zahlreichen Club- und Restaurantgestaltungen ablesen lassen (Café Ansari, Wirtshaus Lugeck etc.). Zwischen 1980 und 2005 arbeitete er mit Christian Knechtl in der Formation Eichinger oder Knechtl, dann folgte die Gründung von eichinger offices - Büro für Benutzeroberfläche - in Wien. Nach zahlreichen Professuren, lehrt er aktuell Innenraumgestaltung an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seine raumgreifende Holzskulptur „The Body“ für den Freizeitbereich des Omikron Campus in Klaus wurde mit dem Know-how von Werkraumbetrieben umgesetzt.