architektur.aktuell 07/08/2003

architektur.aktuell 07/08/2003

arts & commerce

Weber + Hofer: Lentos Kunstmuseum in Linz, Oberösterreich | Lentos Art Museum In Linz, Austria

Photos: Dietmar Tollerian; Text: Romana Ring
Kalkül und Idee

Mit dem neuen Kunstmuseum “Lentos” hat sich Linz ein weiteres gewichtiges Argument für den seit Jahrzehnten langsam voranschreitenden und mittlerweile weit gediehenen Imagewandel von der Industriestadt zur Kulturstadt zurecht gelegt. Dennoch ist die Wiese für Kulturbauten hier keineswegs gemäht: Ungeachtet des internationalen Formats, welches dem Haus zweifellos zu bescheinigen ist, liegt die erstaunlichste Leistung seiner Erbauer in der Tatsache, dass es das Lentos überhaupt gibt.


BEHF: Volkskundemuseum in Graz und Erste Bank Arena im MuseumsQuartier, Wien | Museum Of Folk Culture In Graz And Erste Bank Arena In The MuseumsQuartier, Vienna, Austria

Photos: Alexander Koller, Rupert Steiner; Text: Andrea Nussbaum

Die Kunst des Weglassens

In Zeiten wie diesen, in denen spektakuläre Kulturbauten die Szene dominieren, ist Zurückhaltung eine rare Tugend. Umso erstaunlicher, dass sich das Architekturbüro BEHF mit gelassener Souveränität dieser Haltung verschrieben hat. Die jüngsten Zeugnisse jener selten gewordenen Kunst der eleganten Diskretion sind zwei schnörkellose Interventionen in denkmalgeschützten Räumen: die Neugestaltung des Volkskundemuseums Graz und die “Erste Bank Arena” im Wiener MuseumsQuartier.


Bulant & Wailzer: Gartenraum in Glas in Wien-Hietzing | Garden Room Made Of Glass In Vienna, Austria

Photos: Manuel Singer, Rupert Steiner; Text: Otto Kapfinger

Im Glashaus der Natur

Das neueste Glashaus von Bulant & Wailzer wurde mit dem Solutia Design Award ausgezeichnet. Aber nicht nur die international wegweisende Glastechnik, die das Wiener Duo quasi im Alleingang entwickelt, gibt Anlass zum Staunen. Auch eine neue Sichtweise traditioneller Bauelemente und Verbindungstechniken wird nun möglich. 


d-company/Baumschlager & Eberle: Quartier Mc Nair, Wohnanlage in Berlin, Deutschland | Quartier Mc Nair, Housing Estate In Berlin, Germany

Photos: Terence du Fresne, Timo Nasseri; Text: Claus Käpplinger

Schnörkellose Ratio

Dass die Idee der Gartenstadt noch nicht tot, dass auch nur mit Doppel- und Reihenhäusern stadträumliches Wohnen möglich ist, demonstriert das neue “Quartier Mc Nair” an der südwestlichen Peripherie Berlins. Wie bei nur wenigen Stadtrandsiedlungen der Jahrtausendwende sind seine Baukörper eng mit Freiräumen, mit urban anmutenden Plätzen und Landschaftszitaten verwoben. Rational schnörkellos und ganz ohne jeden modischen Formenzierrat ist seine Architektur, die überraschend variantenreiche Wohnungen möglich machte. 


Interview

Eine neue Kultur herstellen | Producing A New Culture

Matthias Boeckl im Gespräch mit | In Conversation With Friedl Böhm/NBBJ

Strategien eines führenden “Corporate Office”

Die europäische Planungsszene ist heute einem raschen Wandel unterworfen, der sich in den USA seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in einem wesentlich längeren Zeitraum entfalten konnte. Der gemeinsame Markt wird, obwohl das Baugeschäft immer noch ein vorwiegend regionales ist, für bestimmte Planungsleistungen Zusammenschlüsse mehrerer Spezialisten erzwingen. Umgekehrt werden die Kleinbüros nicht nur ihr Tätigkeitsfeld behalten, sondern in Nischen sogar noch zulegen können. Schwierig wird es für die “Mittelklasse”, wie Friedl Böhm, CEO und Miteigentümer von NBBJ, einer der größten Architekturfirmen der Welt, voraussagt. NBBJ ist unter anderem der weltweit größte Planer von Krankenhäusern. Headquarters der Firma mit sieben Standorten ist Columbus, Ohio, wo Matthias Boeckl mit Friedl Böhm sprach. Können Sie die Philosophie Ihrer Firma beschreiben, ihre Ziele und ihr Selbstverständnis? 

Marte.Marte: SIE-Headquarters in Lustenau, Vorarlberg | SIE-Headquarters In Lustenau, Austria

Photos: Bruno Klomfar; Text: Robert Fabach

Zwölfton im Rheintal

In der ausgedehnten baulichen “Klanglandschaft” des Rheintals, das sich um Lustenau zu einem veritablen Stimmengewirr wandelt, setzen Marte.Marte ein kräftiges “Forte”. Wiewohl das neu entwickelte Gewerbeareal des “Milleniumsparks” schon mit einer Reihe von gediegenen Solisten besticht, dringen sie mit einer subtilen Plastizität zu neuen Klangqualitäten vor. Architekten wie Dietrich|Untertrifaller, Baumschlager & Eberle, Gerhard Aicher, der auch den Masterplan betreut, und demnächst auch BKK3 aus Wien bestimmen das hohe gestalterische Niveau. Das Fassadenbild des neuen Firmengebäudes von SIE ragt deutlich über die empfohlene Bauhöhe von 12 Metern hinaus und liest sich wie eine vierseitige, 25 Meter hohe vielstimmige Partitur aus Beton, Glas und Aluminium, die ins Klingen gerät, sobald der Betrachter ihrer horizontalen Dynamik folgt und sie umrundet. 

Ebner & Ullmann: F+T Betriebsgebäude in Hallwang bei Salzburg | F+T Company Building In Hallwang, Near Salzburg, Austria

Photos: Rupert Steiner; Text: Roman Höllbacher

Fenster, Fisch & Fibonacci

Gewerbliche Bauten, zumal solche von kleinerem Ausmaß, sind für Architekten oft eine willkommene Fingerübung. Zeitlich befristet oder auf baldige Veränderungen ausgelegt, sind sie nachgerade prädestiniert für experimentelle Ansätze und eine entspanntere Haltung im Detail. Das kleine Ausstellungsgebäude eines industriellen Fensterproduzenten in der Salzburger Gemeinde Hallwang verkörpert darüber hinaus aber auch die Differenz von Architektur und Raumordnung. 

Gerhard Mitterberger: Kundenzentrum SSI Schäfer PEEM in Graz, Steiermark | SSI Schäfer PEEM Customer Centre In Graz, Austria

Photos: Zita Oberwalder; Text: Nikolaus Hellmayr

Das Haus im Haus

“Von A nach B in Bestzeit”. Der Slogan, mit dem der Schäfer-Konzern für seine Produkte im Bereich Lagertechnik und Logistik wirbt, passt auch auf den Umbau zweier Industriehallen in ein Kundenzentrum am neuen Standort in Graz. Mit minimalen, aber sehr präzisen Eingriffen in den Bestand transformierte Gerhard Mitterberger in nur etwa zehn Wochen das ausrangierte “Industrierelikt” in einen multifunktionalen Präsentations- und Schulungsraum. 


Small&Smart

noncon:form & synn: wählBAR, mobiler Kommunikationsraum | wählBAR, Mobile Communications Space

Photos: Alexander Koller; Text: Gabriele Kaiser
wählBARer Attraktor

Wenn man von der Annahme ausgeht, dass das Erscheinungsbild von politischen Bühnen auch die Gesinnung der darauf agierenden Personen zum Ausdruck bringt, könnte man die für den Nationalratswahlkampf 2002 im Auftrag der österreichischen Partei “Die Grünen” entwickelte wählBAR als ein architektonisches Statement wider die Behäbigkeit verfestigter Strukturen bezeichnen. Der damals zwei Monate lang durch ganz Österreich tingelnde Kommunikationsraum sollte in seiner fließenden Struktur von drei gegeneinander verschobenen Elementen als offener und unkomplizierter “Attraktor” vor allem ein junges Publikum ansprechen. Mit seiner unzweifelhaften Botschaft, die Transparenz und Aufbruch zeichenhaft vorführt, seiner “Bürgernähe” sowie der leichten Transportierbarkeit signalisiert die wählBAR, dass man der Politik – ein aufgeschlossenes Gegenüber vorausgesetzt – auch mit geringen Mitteln experimentelle Tendenzen zuspielen kann. 

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