architektur.aktuell 11/2002

architektur.aktuell 11/2002

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Dominique Perrault/RPM: Rathausgalerien in Innsbruck, Tirol | Rathausgalerien In Innsbruck, Austria

Photos: Roland Halbe; Text: Matthias Boeckl
Hybrider Elementarismus

Intensive Suburbanisierung, Reduktion der historischen Kernstadt auf eine Tourismuskulisse einerseits und öffentliche Funktionen als “Hebel” ihrer Sanierung durch Einführung alt-neuer kommerzieller Funktionen andererseits – das war das Szenario beim aktuellen Innsbrucker Stadtumbau. Die Rathausgalerien realisieren das derzeitige Bild von “Öffentlichkeit”: Konsum und Entertainment als einzige Möglichkeit, dafür heute noch eine Basis zu generieren.


Zaha Hadid: Skisprungschanze am Bergisel, Innsbruck, Tirol | Ski Jump At Bergisel, Innsbruck, Austria

Photos: Helene Binet, Roland Halbe, Matthias Boeckl, Atelier unisono; Text: Matthias Boeckl
High Performance Device

Die Hybridisierung aller Bautypen ist ein Hauptpunkt der aktuellen Architektur-Agenda – ihre Integration in avancierte, an die Natur angelehnte und nur in High-Tech-Strategien realisierbare Formen ist jedoch ein zweiter, kaum weniger wichtiger. Wenn es dabei noch dazu um historische und aktuelle Symbole geht wie am legendären Berg Isel in Innsbruck, dann ist eine Interpretation auf der Höhe sämtlicher zeitgenössischer Möglichkeiten gefragt – Zaha Hadid hat sie gemeinsam mit engagierten Ingenieuren geliefert.


foreign office architects: Internationaler Passagierterminal in Yokohama, Japan | International Passenger Terminal In Yokohama, Japan

Photos: Kurt Handlbauer, Satoru Mishima, James Haig-Streeter; Text: Sonja Stummerer & Martin Hablesreiter
Folding Strategies

Am 30. Mai dieses Jahres wurde – gerade rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft – der neue internationale Passagierschiffterminal in Yokohama eröffnet. Schon beim Wettbewerbsentscheid 1995 wurde der Bau als architektonische Sensation gehandelt und entsprechend oft publiziert. Löst die Realisierung nun die hochgesteckten Erwartungen an die shooting stars der internationalen Szene ein?


Essay

OHNE SYSTEM oder: Die Angebote am Praterstern | WITHOUT A SYSTEM, or: What Is On Offer At Praterstern, Vienna

Photos: IGIRIEN; Text: Franz E. Kneissl

Um einem Missverständnis vorzubeugen: Der Titel “Ohne System” bedeutet nicht Kritik am Ort, sondern bezeichnet die eigene Vorgangsweise, Wahrnehmungen zu sammeln, ohne dabei ein bestimmtes System zu verfolgen. Der Wiener Praterstern selbst ist hingegen unbestritten ein systematisch entstandenes, stadträumliches Areal. Niemand kann behaupten, dass die hier eingesetzten Maßnahmen, Regelungen oder Ausformungen ohne System gewählt worden wären. Egal, ob es sich um die Aufstellung von Sitzbänken und Abfalleimern, um die Verteilung von Feuerwehrhydranten und Kanaldeckeln oder um die Anordnung einer Polizeiwachstube handelt: Überall steht ein System dahinter, das vorgibt, wie eine Aufgabe zu bewältigen ist: Das Bebauungssystem, das Verkehrssystem samt dem Parkraumbewirtschaftungssystem, das Sicherheitssystem oder das Nahversorgungssystem bis zum Mülltrennungssystem und dem Kanalsystem. Die Öffentlichkeit beauftragt und bezahlt die Systeme, damit sie Ordnung schaffen. Was ist also der Grund, dass der Praterstern “eine Kehrseite der Stadt”, also ein ab-ort-artiges Areal im Stadtgefüge sei, wie eine Tageszeitung anzumerken hatte?

Heinz Tesar: Bürohaus am Gendarmenmarkt in Berlin, Deutschland | Office Building On Gendarmenmarkt In Berlin, Germany

Photos: Christian Richters, Herbert Schwingenschlögel; Text: Claus Käpplinger
Verborgene Räume, plastische Körper

Schichtenreich und durchdringend ist Heinz Tesars Architektur, die höchst individuelle Räume des Unerwarteten herstellen will. Sein neuestes Werk – ein Bürohaus in Berlins Mitte – macht da keine Ausnahme. Unweit des alt-ehrwürdigen Gendarmenmarktes, Berlins zweiter “guter Stube” nach dem Pariser Platz, entstand ein Haus, das sowohl dem engen Korsett neokonservativer Gestaltungsrichtlinien als auch der profanen Bauaufgabe spekulativer Bürobau zwar still, aber dafür umso eindrücklicher zu trotzen versucht. 

Martin Kohlbauer: Bürogebäude “Galaxy 21″ in Wien | Galaxy 21 Office Building In Vienna, Austria

Photos: Rupert Steiner; Text: Matthias Boeckl
Turm-Korrektur

Das alte “Galaxy”-Bürogebäude diente in der Wiener Stadtsilhouette bisher stets als Lehrstück eines urbanistisch und architektonisch fragwürdigen Unternehmens. Mit einem neuen städtebaulichen Umfeld und einer tiefgreifenden architektonischen Transformation, die stark auf die Wirkung elementarer Bauformen setzt, beweist das neue “Galaxy 21″-Bürohaus heute jedoch die Möglichkeit der Sanierung selbst ärgster Bausünden der 1970er Jahre in einem geänderten Umfeld. 

pool: mcs Geschäfts-, Werkstatt- und Bürogebäude in Wien | mcs Commercial, Workshop And Office Building In Vienna, Austria

Photos: Hertha Hurnaus; Text: Andrea Nussbaum
All-Inclusive

Der Ort: undefiniert; Wohnsilos neben eingeschoßigen Gewerbebetrieben und Brachland mit altem (schönem) Baumbestand. Der Anspruch der Bauherren: vor allem kostengünstig soll der Neubau sein. Wenig Geld für ein Maximum an Architektur. Das gebaute Produkt: zweckmäßig, aber mit einem Plus, sowohl visuell als auch funktionell. So könnte man im Telegramm-Stil das Bauvorhaben beschreiben, oder noch kürzer: einfach “poolish”.


Small&Smart

junger_beer: Einfamilienhaus Pfanner in Hard, Vorarlberg | Pfanner Single-Family House In Hard, Austria

Photos: Dietmar Tollerian; Text: Robert Fabach
Arche Noah in der Siedlungsflut

Martin Junger und Stefan Beer haben das Einfamilienhaus Pfanner raumsparend an den Rand eines ebenen Wiesengrundstücks situiert. Dort verbleiben in der Nachbarschaft von Einfamilienhäusern als Parameter nur Eigentumsgrenzen, der Sonnenstand und einige Obstbäume. Eine Stichstraße führt zum 28m langen und 10m breiten Baukörper, der sich aus einer linearen Abfolge von Innen- und Außenräumen formiert und im Erdgeschoßbereich von einer dunkelgrauen, rau verputzten Mauer umfasst wird. Eine tanzende Säulenreihe begleitet den Weg zur Haustür. Zwei containerartige Aufbauten – Wohn- und Arbeitsbereich – schaffen im Obergeschoß ein umschlossenes Sonnendeck, an den Längsseiten begrenzt durch die Fortsetzung der offenen Fassadenrahmen. Eine außen hochführende “Landungsbrücke” erschließt den großzügigen Arbeitsbereich als optionale Einliegerwohnung. 

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