architektur.aktuell 11/2006

architektur.aktuell 11/2006

culture & housing

SANAA: Zollverein School of Management and Design, Essen, Deutschland | Germany

Photos: Christian Richters; Text: Claus Käpplinger
It’s all about context and process

Einen Würfel monumentaler Größe, doch völlig unerwarteter Raumatmosphären und Immaterialisierung hat das japanische Architektenpaar SANAA in Essen verwirklicht. Dachte man bislang, dass die geometrische Figur des Würfels bereits jede denkbare architektonische Gestaltung erfahren hat, wird man nun durch ihre “School of Management and Design” eines Besseren belehrt. Kaum vorstellbar dünn wie Papier erscheinen seine Wände aus Beton, rätselhaft und geheimnisvoll das Innenleben eines Hauses, dessen 134 transparente Perforationen unterschiedlicher Größe keiner erkennbaren Logik folgen.


OMA: Kohlenwäsche, Zeche Zollverein, Essen, Deutschland | Coal washing plant, Zollverein colliery, Essen, Germany

Photos: Christian Richters; Text: Dominique Boudet
Der Weg durch die Maschine 

1932 errichteten die beiden jungen Mies-van-der-Rohe-Schüler Martin Kremmer und Fritz Schupp mit der legendären Kohleförderungsanlage Zollverein die größte, aber auch die schönste Zeche des Ruhrgebiets. Ihr gigantischer Förderturm und ihre strenge Silhouette begeistern noch heute gleichermaßen Industrie- und Architekturfans. Nun bahnt sich mit dem Umbau von OMA nach jahrzehntelangem Stillstand eine geglückte Neunutzung an.


Josep Llinàs: “Jaume Fuster”-Bibliothek in Barcelona, Spanien | Jaume Fuster Library in Barcelona, Spain

Photos: Duccio Malagamba; Text: Markus Jakob
Mittel, die den Zweck heiligen 

Der barcelonesische Architekt Josep Llinàs ist ein Local Player. In Katalonien wurden seine von ungewöhnlicher Einfühlsamkeit zeugenden Bauten mit zahlreichen Preisen bedacht, doch international rückte seine leise Architektur erst durch die 2006 eröffnete Bibliothek an der Plaça Lesseps ins Rampenlicht. Ein Zweckbau, eine bescheidene Bezirksbibliothek, an der sich aber die Denk- und Vorgehensweise dieses 1945 geborenen Baukünstlers gut ablesen läßt.


Atelier Kempe Thill: Franz-Liszt-Konzertsaal, Raiding, Burgenland | Franz Liszt Concert Hall, Raiding, Austria

Photos: Ulrich Schwarz; Text: Robert Temel
Vom Wohnbau zum Konzerthaus

Das Burgenland ist bis Ende 2006 Ziel-1-Fördergebiet der EU, weil hier das Bruttoinlandsprodukt weniger als drei Viertel des EU-Durchschnitts betrug damit ist es nun aber vorbei. Die Ziel-1-Förderung zur Entwicklung der Region wurde für ein breites Spektrum an Projekten genutzt, dazu gehört auch der neue Franz-Liszt-Konzertsaal mit 570 Sitzplätzen in dem kleinen mittelburgenländischen Dorf Raiding mit 850 Einwohnern. Franz Liszt wurde hier 1811 geboren und verbrachte seine ersten zehn Jahre, bevor er mit seinen Eltern nach Wien zog. Zu Liszts 195. Geburtstag im Oktober wird der Saal im Dorf eröffnet, nur zwei Jahre nach dem Jury-entscheid für das Projekt.


Interview

Glenn Murcutt im Gespräch mit | in conversation with Andrej Hrausky

Die Erde sanft berühren | Touching the earth lightly
Glenn Murcutt gehört heute zu den Kultarchitekten von Weltformat, wenngleich er bis 2002, als er den Pritzker-Preis erhielt, einer breiteren Öffentlichkeit unbekannt war. Auch beim Preis selbst, der immer mit dem Namen eines Stararchitekten in Verbindung stand, war es ein Novum, dass er einem Architekten verliehen wurde, der sich hartnäckig der Aufmerksamkeit der Medien entzog. Während des kürzlich stattgefundenen Besuches in Slowenien nutzten wir die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit dem Architekten, der in der Regel den Medien ausweicht und nur selten einem Interview zustimmt. Während des Gesprächs illustrierte Murcutt einige seiner Gedanken durch Skizzen. 

pool Architektur | Schwalm-Theiss & Gressenbauer: Wohnbauten Kabelwerk, Wien-Meidling | Kabelwerk Housing Development, Vienna

Photos: Hertha Hurnaus; Text: Andrea Nussbaum
Wie wollen Sie wohnen?

Noch herrscht am Areal “Kabelwerk” hektischer Baustellenbetrieb. Die alten Hallen sind weiterhin unsaniert, ein Großteil der Baukörper ist derzeit im Rohbau. Dennoch zeigt sich am Südrand des Geländes mit den ersten realisierten Wohnbauten von pool und Schwalm-Theiss & Gressenbauer, dass die Bebauung der Kabelwerksgründe in die Wiener Stadtgeschichte eingehen könnte. 

PPAG: Sozialer Wohnbau Traisengasse, Wien-Brigittenau | Social housing, Traisengasse, Vienna

Photos: Studio Krauss; Text: Andrea Nussbaum
Glitzerlook und Fensterspiele

Ein Wohnbau von PPAG versucht dem schwierigen Thema des an ökonomischen Fragen orientierten geförderten Wohnens ein wenig Variantenreichtum abzugewinnen. Überrascht wird man im Inneren durch eine Großzügigkeit der Stiegenhäuser. Der Luxus liegt nicht so sehr im Wohnraum als in den gemeinsam zu nutzenden Räumen.

Luger & Maul: Kolpinghaus Wels, Oberösterreich | Austria

Photos: Walter Ebenhofer; Text: Matthias Boeckl
Die verbesserte Moderne

Seit 1848 lebt die Idee des katholischen Sozialreformers Adolph Kolping, engagierten jungen Menschen durch günstige Kost und Logis eine Berufsausbildung außerhalb ihres Heimatorts zu ermöglichen. Gemeinschaftsbildung inklusive. Seit 1932 gibt es im oberösterreichischen Wels ein Kolpinghaus – entworfen von Hans Steineder und heute eines der bedeutendsten Denkmäler klassischer moderner Architektur der Region. Und seit 2006 gibt es einen subtilen, bemerkenswerten Zubau – Oberösterreichs “Bauwerk des Jahres”.


Small&Smart

mfgarchitekten: Überdachung Eislaufplatz Bergheim, Salzburg | Roofing over Bergheim ice-skating rink Salzburg, Austria

Photos: Paul Ott; Text: Norbert Mayr
Schweben über dem Eis

Eine rund 20 mal 40 Meter große Asphaltfläche in der Salzburger Umlandgemeinde Bergheim direkt am Ufer der Fischach diente in warmen Jahreszeiten als Minigolfanlage und im Winter als Eislaufplatz. Ohne Sonnen- und Witterungsschutz war allerdings nur eine eingeschränkte Verwendung mit erhöhten Betriebskosten der Eisanlage möglich. Die sinnvolle Überdachung in der durch große Gewerbegebiete prosperierenden Speckgürtel-Gemeinde stammt vom hier beheimateten Architekten Friedrich Moßhammer und seinem Partner Michael Grobbauer. Sie konnten hier 2005 ihr beeindruckendes Erstlingswerk realisieren, keine hermetische Halle, sondern ein elegantes, vielgestaltig-flexibles Gebilde. 

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