Was macht ein Original zum Original?

Designikonen: Was macht ein Original zum Original?

Design-Originale sind Zeitzeugen, die, wenn man sie im richtigen Licht betrachtet, ganze Geschichten erzählen. Damit besitzen sie die Kraft, nicht nur Räume für sich einzunehmen, sondern auch Menschen für sich zu gewinnen. Doch ab wann ist ein Original ein Original?


 

Die Designikone unter den Schaltern

Das Schalterdesign Gira E2

Seit 1998 setzt Gira mit der zeitlosen Gira E2 Designserie Maßstäbe. Gedacht als klares Statement gegen den damaligen Trend zur Verspieltheit und Opulenz, begeistern die minimalistische Formsprache, die angenehme Haptik und das hochwertige Material heute wie damals Designer und Architekten. Damit ist das reduzierte Design zu einem echten Klassiker geworden.

Mit dezenten und modernen Farbtönen wie Reinweiß seidenmatt, Reinweiß glänzend, Schwarz matt, Alu lackiert und Anthrazit – oder in der Materialausführung Edelstahl – lässt sich die Gira E2 Designlinie mit einer Vielzahl von Einrichtungsstilen kombinieren.

Aber nicht nur das Design und die Vielfalt überzeugen. Der hochwertige Rahmen veredelt Lichtschalter, Steckdosen, Tastsensoren und die Gira Wohnungsstation. Damit vereint die Gira E2 Schalterserie Design, Funktion und die Erfahrungen aus 100 Jahren Ingenieurskunst in Perfektion – ein echtes Original eben.

Design schafft Ruhe, Klarheit und Ordnung.

Hans-Jörg Müller, Leiter Produkt und Design bei Gira
Gira E2

Seit über zwei Jahrzehnten begeistert das schlichte Design des Gira E2 Architekten und Designer.

Tolomeo – High-Tech und Leuchtendesign vereint

Funktion als Gestaltungsprinzip

Bei der Tolomeo von Artemide sind Form und Funktion in perfekter Balance, wie das System der Drahtseilzüge, das die Leuchte in jeder Position stabilisiert. Zu diesem einzigartigen Mechanismus inspiriert wurde Designer Michele De Lucchi bei der Beobachtung von Anglern mit ihren Trabucchi, jenen uralten Fischergalgen. Mit dem Blick eines Ingenieurs erkannte er, dass man mit einem kleinen Hebelarm und einem Kabel eine Stange aufhängen kann, an der sich etwas befestigen lässt.

So hat er nicht nur eine Leuchte geschaffen, sondern eine eigene Linie definiert, die auch nach über 30 Jahren noch frisch wirkt.

Funktional wie ein Akkuschrauber passt die Tolomeo in jede Werkstatt. Gleichzeitig ist sie elegant wie ein gut geschnittener Anzug und macht so in Büros und auch daheim eine gute Figur. Ihr großer Erfolg führte zu unzähligen ähnlichen Leuchtenentwürfen, die jedoch dem einfachen, formvollendeten Design-Original nie gerecht wurden.

Diese Leuchte hat unseren Blick auf das Licht verändert.

Carlotta de Bevilacqua und Ernesto Gismondi, Artemide

 

Artemide Tolomeo

Artemide Tolomeo Basculante Reading Floor. Design Michele De Lucchi.

Conseta – Erfolg durch Mut

Vom Außenseiter zum Design-Original

1964 erblickte ein ebenso schlichter wie genialer Möbelentwurf das Licht der Fachwelt. Das Ergebnis? Niederschmetternd. Denn als das Design-Original Conseta von COR zum ersten Mal präsentiert wurde, erzielte es nur zwei Aufträge.

Mit seiner Idee eines ganzheitlichen Polstermöbelsystems, dessen Elemente sich vielfach kombinieren lassen, war Möbeldesigner Friedrich-Wilhelm Möller seiner Zeit weit voraus. Es musste erstmal ein neuer Markt erschlossen werden. Mit unternehmerischem Mut und Beharrlichkeit gelang es jedoch der Firma COR im Laufe der Jahrzehnte, das Baukastenprinzip Conseta zum Bestseller zu entwickeln. Ein Wagnis, das auch deshalb belohnt wurde, weil Designer Möller unermüdlich an der Weiterentwicklung seines Möbels arbeitete.

Inzwischen von Generationen geliebt, ist das Design-Original zum Symbol für den Pioniergeist von COR und die Weitsicht des Schöpfers geworden.

Ein Sofa, das Zukunft geschrieben hat. Und Geschichte.

COR Sitzmöbel

 

Conseta von COR

Conseta von COR: seit Generationen zeitlos und individuell.

Thonet S 32 – Unbedingter Innovationswille

Ein Design-Original bricht mit Konventionen

In den 1920er Jahren war Stahlrohr ein völlig neuartiges Material. Der Gestalter und Bauhaus-Architekt Marcel Breuer zählte zu den ersten, die damit experimentierten. Unermüdlich stellte er Bekanntes und Bewährtes infrage. Waren die ersten Entwürfe noch starre Rohrkonstruktionen, verwirklichte er später die Idee des Freischwingers.

Der Möbelhersteller Thonet erkannte das Potential und brachte die berühmten Design-Originale, den S 32 mit und den S 64 ohne Armlehnen 1930 auf den Markt. Bemerkenswert ist, dass die Statik des Stuhls trotz der fehlenden Hinterbeine nicht leidet.

Breuers kreativer Schaffensprozess verbunden mit handwerklichem Können brachte in enger Zusammenarbeit mit Thonet eine durchdachte Konstruktion hervor, die auch durch ihren Materialmix überzeugt: gebogenes Stahlrohr, Holz und Wiener Geflecht.

Es ist schwerer, einen guten Stuhl zu bauen als einen Wolkenkratzer.

Ludwig Mies van der Rohe, Architekt und Bauhaus Direktor

 

Stahlrohr-Freischwinger S 32 von Thonet

Klares Design der Bauhauszeit: der Stahlrohr-Freischwinger S 32 von Thonet. Quelle: © Philip Kistner.

USM – Funktionalität als Prinzip

Vom Eigenbedarf zum Design-Original

Anfang der 60er Jahre sollte Architekt Fritz Haller ein Betriebsgebäude und einen Büropavillon für die Metallbaufirma USM entwerfen – inklusive funktionalem Mobiliar. Was zuerst nur für den Eigenbedarf gedacht war, entpuppte sich bald als bahnbrechende Erfindung.

Die Trag- und Fassadensysteme für seine Bauwerke fertigte Architekt Fritz Haller nach dem Baukastenprinzip. Diese einfache, aber wirkungsvolle Idee übertrug er mit Paul Schärer, seinem Auftraggeber und Partner, auf das Möbeldesign. Durch eine strikte Reduktion auf das formale Minimum vereint das USM Haller Möbelbausystem höchste Funktionalität mit nahezu unbegrenzten Kombinations- und Einsatzmöglichkeiten.

Die schlichten, funktionell gestalteten Büromöbel gingen in Serie und wurden schnell weltweit vertrieben. Die Kombination aus Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und Industriedesign kam so gut an, dass dem modularen System sogar der Sprung vom Arbeitsplatz ins Wohnzimmer gelang.

Flexibilität – zum Expandieren, Umdisponieren und zum Realisieren in Etappen.

USM

 

Alleskönner: das USM-System

Alleskönner: das USM-System lässt individuelle Visionen wahr werden. Quelle: www.usm.com

Design für die Ewigkeit: Der HEWI 111

Material-Mut öffnet Welten

Der Türdrücker 111 von HEWI aus Polyamid ist eine deutsche Innovation, die Architekturgeschichte geschrieben hat. Der Durchbruch des Design-Originals gelang mit dem Auftrag, die neuen Universitätsgebäude in Marburg auszustatten.

Der Architekt Hadi Teherani wollte damals eine Innengestaltung, die in Form und Farbe zueinander passte. Kunststoff war wie geschaffen dafür. Man schrieb das Jahr 1969, eine Zeit, in der die Pop-Art und der synthetische Werkstoff hoffähig wurden, wozu HEWI mit dem Türgriff 111 maßgeblich beigetragen hat.

Die unverkennbaren Farben und die ergonomische Form revolutionierten die gesamte Branche. Nach und nach entstand um den innovativen Türdrücker herum ein ganzes Programm mit Garderoben, Handläufen und Sanitärprodukten und HEWI erlangte Kultstatus. Ein Design-Original ist eben für die Ewigkeit. Es integriert sich harmonisch in jedes Umfeld und ist gleichzeitig so individuell wie Mensch und Raum.

HEWI Türdrücker 111

Handschmeichler: der HEWI Türdrücker 111 überzeugt optisch und haptisch.

Tara – Zeitloses Design ist nicht statisch

Ein Design-Original überdauert jeden Trend

Als Tara 1992 auf den Markt kam, war das minimalistische Design von Dieter Sieger mit den charakteristischen Kreuzgriffen eine Revolution – präzise, schlicht und elegant. Doch in einer Zeit, in der Einhebelmischer den Markt dominierten, lag Tara von Dornbracht als Zweigriff-Armatur eigentlich nicht im Trend. Dennoch wurde das progressive Konzept schnell zum Ideal der modernen Badarmatur. Tara gilt bis heute als puristisch und modern und vermittelt gleichzeitig das Gefühl, ein alter Freund zu sein.

Nachdem das Design-Original für mehr als ein Jahrzehnt der Maßstab im Bad war, präsentierte Dornbracht in Zusammenarbeit mit sieger design im Jahr 2008 die Verfeinerung seines Klassikers in Design und Technik als Maßstab für die Zukunft. Es sind feine Details, die Tara noch eleganter wirken lassen und ihre klare Formensprache unterstreichen. Dieses Erfolgskonzept zog über die Jahre viele Nachahmer nach sich: In Spitzenzeiten waren über 200 von Tara inspirierte Armaturen auf dem Markt. Doch keine hat das Original vom Markt verdrängt.

Ein Original verändert man nicht. Man verfeinert es.

Michael Sieger, sieger design

 

Tara von Dornbracht

Schlicht und elegant: Tara von Dornbracht, die Ikone unter den Armaturen.

Leitbild der Moderne: Der FK Schalensessel

Eine Stilikone der Designgeschichte

Der Schalensessel FK von Walter Knoll gilt als Wegweiser des Minimalismus und gleichzeitig als Ikone der Komfortzone. Seine Armlehnen wirken geradezu gestisch – sie empfangen den Sitzenden mit offenen Armen, während die Schale ihm Schutz bietet und das Leder Behaglichkeit spendet. 1967 von den Innenarchitekten Preben Fabricius und Jørgen Kastholm als Optimierung von Form, Material und Ergonomie geschaffen, avancierte der Sessel schnell zum Leitbild für moderne Gestaltung.

Vom baden-württembergischen Herrenberg aus eroberte der bekannte Schalensessel Chefetagen, Konferenzbereiche, Hotel-Lounges sowie Privaträume rund um den Globus und wurde im Kultfilm „Der Teufel trägt Prada“ mit Meryl Streep zum Filmstar. Damit hat der FK einen aktuellen Trend um einige Jahrzehnte vorweggenommen: die elegante Verschmelzung von Bürowelt und Wohnbereich.

Was immer bleibt, ist die typische FK Anmutung. 50 Jahre. Kein Alter. Aber die klare Haltung eines Design-Originals.

Bei FK ist jeder Punkt definiert. Dieser Sessel strahlt einfach eine zeitlose Kraft aus.

Claus Sendlinger, Gründer Design Hotels und SLOW Hospitality

 

Schalensessel FK von Walter Knoll

Stilikone, Filmstar und Design-Original: der Schalensessel FK von Walter Knoll.

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