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Jul

bauhaus.film.expanded

Courtesy Paula Schwerdtfeger

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe
Deutschland

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Mi - Fr 10:00 - 18:00
Sa - So 11:00 - 18:00

Anfang Juli wird die physische Ausstellung »bauhaus.film.expanded«, kuratiert von Markus Heltschl, Thomas Tode und Peter Weibel, am ZKM | Karlsruhe bis 23.08.2020 wiedereröffnet.


»bauhaus.film.digitally.expanded«, initiiert und kuratiert von Teresa Retzer, präsentiert einen Großteil der Ausstellungsfilme online und erweitert diese zudem programmatisch durch ExpertInnengespräche, die über den Livestream des ZKM übertragen werden. Die Bauhaus-Filme sowie die Aufzeichnungen der Gespräche finden Sie weiter unten.

Viele dieser Filme galten als verschollen und wurden bisher nicht originalgetreu vorgeführt. Einige Werke wurden für die Ausstellung neu digitalisiert und restauriert und sind erstmals in originaler Vorführgeschwindigkeit, Farbigkeit und mit dem richtigen Ton zu sehen.

Die Ausstellung greift die Idee des Totaltheaters auf, das der Bauhausdirektor Walter Gropius 1926/1927 für Erwin Piscator entworfen hatte: »In meinem Totaltheater kann man auch den gesamten Zuschauerraum – Wände und Decken – unter Film setzen.« In großflächigen Projektionen werden mehr als sechzig filmische Werke von BauhäuslerInnen und dem Bauhaus nahestehende Filmkünstler einander gegenübergestellt, um die immersive Raumwirkung eines erweiterten Kinobegriffs erfahrbar zu machen. Die Filme laufen auf vierzig Medienstationen unterschiedlicher Längen in Loops und entwickeln immer neue Beziehungen zueinander. Thematisch und formal lassen sich die Werke vier unterschiedlichen Bereichen zuordnen, die in der Ausstellung präsentiert werden: Abstrakte Filme, Politische und Experimentelle Filmessays, Architekturfilme und Erweiterte Filmformen (Lichtprojektionen, Einspielfilme im Theater, Filmperformance, Filmpartituren).

Die Verfolgung durch Nationalsozialisten, Emigration und Krieg vernichteten Teile der Bauhaus-Filme und bewirkten einen abrupten Abbruch der kontinuierlichen Entwicklung der deutschen Filmkunst überhaupt. Auch konnten einige KünstlerInnen ihre in den Bauhausjahren entworfenen Filme erst nach dem Krieg realisieren. Einige Aufzeichnungen der in den 1920er-Jahren live aufgeführten Lichtprojektionen, Tänze und Objekttheater-Inszenierungen werden in Form von Aufzeichnungen aus der Nachkriegszeit präsentiert.

Die Ausstellung hebt insbesondere die wichtige Rolle der filmenden Bauhaus-Frauen hervor. Ré Soupault (geb. Erna Niemeyer) und Lore Leudesdorff haben in symbiotischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaften an zentralen Werken der deutschen Filmavantgarde mitgearbeitet, die zu Klassikern des Absoluten Films wurden. Ihre Autorinnenschaft blieb in der Literatur jedoch meist unerwähnt. Auch die Filme von Ellen Auerbach und Ella Bergmann-Michel spiegeln die neue Formensprache des Bauhauses wider.

László Moholy-Nagy rückte als einer der bedeutendsten Bildkünstler des 20. Jahrhunderts und einer der maßgeblichen Innovatoren am Bauhaus Film und Fotografie programmatisch in das Zentrum seiner Überlegungen zum Neuen Sehen. Der Bauhausprofessor plädierte für das Einrichten einer »zentralen Filmversuchsstelle« an der Schule. Aus finanziellen Gründen konnte seine Idee jedoch nie realisiert werden. Obwohl es niemals eine filmische Abteilung am Bauhaus gab, haben nach neuesten Forschungen mindestens 28 BauhäuslerInnen an Filmen oder Lichtprojektionen gearbeitet.

 

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