joechlTRAGSEILER im Linzer PowerTower

MSC LOUVRE

Kunst

En route to Louvre. En route to Linz.

Im Dezember 2017 begab sich das Künstlerduo joechlTRAGSEILER auf eine 25-tägige performative Reise von Wien nach Abu Dhabi. Mit dem Kreuzfahrtschiff ab Genua fuhren Alexander Jöchl und Wolfgang Tragseiler über den Suezkanal und Katar bis in die Vereinigten Arabischen Emirate. Just zu dieser Zeit eröffnete dort das von Jean Nouvel geplante, gigantomanisch anmutende Leuchtturmprojekt, der Louvre Abu Dhabi. Sinnbildhaft steht der Museumstempel nun auch im Zentrum der größtenteils erstmals öffentlich gezeigten Arbeiten von joechlTRAGSEILER im PowerTower der Energie AG in Linz. Gemeinsam mit Letzterer präsentiert das OK im OÖ Kulturquartier dort drei Förderpreise für Talente in Oberösterreich, so auch die Schau »MSC LOUVRE« von joechlTRAGSEILER. Wie bereits in der Einzelausstellung im das weisse haus im Frühjahr 2018 dekonstruiert das mit dem Traumstipendium 2017 (vergeben gemeinsam mit den OK Friends) bedachte Duo im Rahmen der Gruppenausstellung die grundlegende Bedeutung eines Museums – eine subversiv-ironisierende Zusammenschau, die changierend zwischen Display, Objekten und Event das unablässige Streben nach Gigantomanie im globalen Museumsbetrieb in den Fokus rückt.

MSC LOUVRE von joechlTRAGSEILER:
Eröffnung am 6. Februar 2019, 18 Uhr
Ausstellung vom 7. Februar bis 15. März 2019
PowerTower, Energie AG, Linz

Alexander Jöchl und Wolfgang Tragseiler studierten Bildhauerei – transmedialer Raum an der Kunstuniversität in Linz. Ihre gemeinsame Arbeit kreist um Schwach- und Leerstellen des Kulturbetriebes, welche sie als Repräsentanten eines insgesamt absurden marktwirtschaftlichen Systems mitsamt fragwürdiger Baumaßnahmen verstehen. Leistet dieses nicht gerade der Gentrifizierung Vorschub, hinterlässt es Brachlandschaften und Geisterstädte. Vor diesem Hintergrund bewegt sich das in Wien und Stuttgart agierende Duo zwischen gebauter und utopischer Umwelt, eignet sich Aufwertungsmechanismen des Kulturbetriebes an und treibt sein Gentrifizierungsspiel im Nirgendwo – nicht selten mit Augenzwinkern, nicht selten mit gewitzt-subversivem Gestus, stets eingebettet in den selbstinitiierten kritischen Diskurs.


Arbeiten von joechlTRAGSEILER im PowerTower:

»PANAMA« – 2019, Video (Abbildung rechts)
Kreuzfahrten zählen zu den boomenden Geschäftszweigen im Tourismussektor. Immer mehr Personen verbringen ihren Urlaub an Bord eines Schiffes. Der Markt wird von wenigen großen Anbietern beherrscht. 3.274 Reisende und 1.370 Angestellte haben auf der MSC Splendida Platz. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 Knoten sind die 137.936 Tonnen rund um den Globus unterwegs. Das italienische Unternehmen hat seinen Sitz in Basel, der Heimathafen des 550 Millionen US-Dollar teuren Schiffes liegt in Panama.
 

Kunst

weitere:

»INFLATION« – 2019, Fotodruck/Leuchtkasten 

»LOUVRE« – 2019, Aluminium
Die Aluminiumbuchstaben sind eine Reverenz an die Kreuzfahrt von Genua nach Abu Dhabi. In Civitavecchia, Heraklion, Akaba, Maskat, Doha und Abu Dhabi hat das Duo joechlTRAGSEILER jeweils symbolisch einen Louvre »eröffnet«. En passant an unterschiedlichen Orten angebracht, sollten die aufblasbaren Buchstaben die Praxis des globalisierten Kunstmarktes auf ironische Art und Weise hinterfragen.
 
»PANAMA« – 2019, Video
Kreuzfahrten zählen zu den boomenden Geschäftszweigen im Tourismussektor. Immer mehr Personen verbringen ihren Urlaub an Bord eines Schiffes. Der Markt wird von wenigen großen Anbietern beherrscht. 3.274 Reisende und 1.370 Angestellte haben auf der MSC Splendida Platz. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 Knoten sind die 137.936 Tonnen rund um den Globus unterwegs. Das italienische Unternehmen hat seinen Sitz in Basel, der Heimathafen des 550 Millionen US-Dollar teuren Schiffes liegt in Panama.
 
»RAIN OF LIGHT« – 2018, Textilbahn/gebogener Stahl/Licht
Die Kuppel des Louvre Abu Dhabi mit einem Durchmesser von 180 Metern setzt sich aus 7.850 unterschiedlichen Sternen zusammen. Sie überspannt die 55 quaderförmigen Ausstellungsbereiche und ruft im Zusammenspiel mit den künstlich angelegten Meeresbecken je nach Witterung und Tageszeit stetig variierende Lichtreflexionen hervor. Die Sterne waren Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Musters, das sich je nach Entfernung zu diesem verändert: Die feinen, klaren Strukturen verschwimmen, das Muster beginnt sich zu bewegen, Interferenzen werden sichtbar.


Quelle: Pressemeldung STUDIO 1f.
Fotocredits:  joechlTRAGSEILER

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