Kunsthaus Göttingen © PREFA / Croce & Wir

Zwischen Kunst und Pragmatismus

Im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs erhielt das Leipziger Büro Atelier ST den Zuschlag für den Bau des Kunsthauses in der niedersächsischen Stadt Göttingen (Deutschland).

Mit ihrer Erfahrung in der Realisierung von Kunst- und Kulturbauten schufen die Architekten einen würdigen Ausstellungsort für zeitgenössische Werke auf Papier sowie für Fotografie und neue Medien unter einem bronzenen PREFA-Dach. "Kein elitäres Gebäude, ein einfaches Haus, in dem sich Kunst exzellent vermitteln lässt", erläutert Schellenberg-Thaut den Gedanken, den ihr Büro während des Projekts begleitete.

Vorzüglich geplant

Mit dem Kunsthaus füllt Atelier ST eine Baulücke in der Umgebung rund um die St. Nikolai-Kirche im Kern der Altstadt. Die Kapazitäten des Grundstücks, welches der Verleger Gerhard Steidl zur Verfügung stellte, sollten dabei so gut wie möglich ausgeschöpft werden. Die Architekten kreierten auf engem Raum ein Gebäude mit überhängenden oberen Geschossen, dessen Massivität durch eine beige Kammputz-Fassade gemildert wird. Mit einer reduzierten Architektursprache verzichteten sie bewusst auf einen extrovertierten Ausdruck, da die Ausstellungen im Vordergrund stehen sollten.

Kunsthaus Göttingen © PREFA

Kunsthaus Göttingen © PREFA

Essenzielle Entscheidung

Die Wahl der Prefalz-Dacheindeckung trägt entscheidend dazu bei, dass der Bau zeitgemäß, ruhig und monolithisch im mittelalterlichen Stadtgefüge hervorsticht. "Wir wussten zu einem sehr frühen Zeitpunkt, dass das Dach entscheidend für das gesamte Haus werden wird. Dieser Gedanke kam direkt aus der Beobachtung des Umfelds, aus der Stadt heraus", betont Silvia Schellenberg-Thaut. Das Team realisierte ein Satteldach mit tragenden Holzpfetten und Giebelwänden aus Stahlbeton, wodurch sie ein großzügiges Dachgeschoss entstehen ließen, das gemeinsam mit drei weiteren Geschossen genügend Raum für Workshops, Ausstellungen und Büroplätze bietet.

Mit beispielloser Expertise

Mit dem Dachbau-Unternehmer Jens-Norbert Schmidt fanden die Architekten einen kongenialen Partner, der seine Erfahrung und Leidenschaft bereits während der Planungsphase einbrachte. Seinem Team und ihm ist es gelungen, durch eine geschickte Teilung der bei diesem Dach außergewöhnlich langen Scharen die Problematik der unvermeidbaren Materialdehnung in den Griff zu bekommen. Um die Dachflächen in Anlehnung and die umliegende Dachlandschaft so ruhig wie möglich zu gestalten, bestand der Wunsch, sichtbare Auslässe der hochtechnisierten Klimatisierung, die bei Museumsräumlichkeiten über mehrere Stockwerke hinweg verläuft, weitgehend zu unterbinden. Auch diese Hürde konnten die Dachbauer durch eine intensive Zusammenarbeit mit den Architekten und anderen beteiligten Handwerkern optimal meistern.

www.prefa.at

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