Mäusebunker & Hygieneinstitut: Versuchsanordnung Berlin

Ausstellung in Berlin

Mäusebunker 1994

In der BDA Galerie Berlin sowie in der Krahmerstraße in berlin Lichterfelde läuft die Ausstellung Mäusebunker & Hygieneinstitut: Versuchsanordnung Berlin –szenografiert von HEIM B. – welche nun bis 22. Oktober 2020 verlängert wurde.


Welchen Stellenwert hat die Architektur der Nachkriegsmoderne für die Gesellschaft? Welche Rolle spielt in den Debatten um Erhalt, Weiterbau und Rückbau das Thema Ressourcenökonomie? Ausgehend von diesen Fragen wendet sich die BDA Galerie in ihrer Ausstellung Mäusebunker & Hygieneinstitut: Versuchsanordnung Berlin zwei bedrohten Baudenkmalen und Ikonen der Nachkriegsmoderne zu, die landläufig dem „Brutalismus“ zugeordnet werden: die Zentralen Tierlaboratorien der FU Berlin (1967-1981) von Gerd und Magdalena Hänska – der sog. „Mäusebunker“– und das gegenüber liegende und unterirdisch mit dem Mäusebunker verbundene „Hygieneinstitut“ (heute: Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité – 1967 - 1974) von Fehling+Gogel.

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Mäusebunker Ausstellung © Ludwig Heimbach

Mäusebunker Ausstellung © Ludwig Heimbach 

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Mäusebunker Ausstellungsraum © Ludwig Heimbach

Mäusebunker Ausstellungsraum © Ludwig Heimbach 

Die von HEIM B. szenografierte Ausstellung rückt die beiden Bauten exemplarisch für ihre Entstehungszeit und den Entstehungsort West-Berlin in den Fokus und soll die aktuelle Diskussion um Fortbestand und Weiternutzung beflügeln.

Dies geschieht an zwei Ausstellungsorten:

1. Krahmerstraße Berlin-Lichterfelde:
Hier präsentieren sich die beiden Bauten im Maßstab 1:1 und sind von außen erlebbar: in ihrer städtebaulichen Einbindung und Ensemblewirkung im Kontext mit dem Dorfanger und Schlosspark Lichterfelde, dem Wohnbau Hindenburgdamm/Krahmerstraße der Architekten Sobotka Müller und dem Teltowkanal, sowie in ihrer Unterschiedlichkeit der Architekturauffassung und vor allem in ihrer skulpturalen Virtuosität und Prägnanz.

2. Studierzimmer BDA-Galerie:
Das Studierzimmer präsentiert die in der äußeren Präsenz der Bauten nicht unmittelbar ablesbaren Qualitäten der Bauten der Öffentlichkeit:
Hier kann sich der Besucher in die Arbeit der BDA-Mitglieder G+M Hänska und Fehling+Gogel vertiefen. Präsentiert werden Originalmaterialien aus den Nachlässen und anderen bauzeitlichen Unterlagen, die größtenteils erstmals öffentlich gezeigt werden.
Das weitgehend nicht zugängliche Innere der Bauten lässt sich anhand der ausgestellten aktuellen Fotografien von Kay Fingerle erleben. Dazu werden die Gebäude auch in weiteren künstlerischen Aneignungen u.a. von Lothar Hempel, Julian Rosefeldt und Farao/Irrum, gezeigt.

Das Studierzimmer assoziiert Kontexte und kulturelle Implikationen sowie
Überformungen von Cyberpunk, Stealth- und Soft Edge-Design zu Bunkerarchäologie,
Landschaftlichkeit und „Ästhetik des Unheimlichen“ mit den Baudokumenten der
Entstehungszeit.
Auch der aktuelle Diskussionsprozess um die Zukunft der Bauten wird im Studierzimmer
dokumentiert. Dabei sollen Fragen aufgeworfen werden wie:
− Wieviel und welcher architektonische Substanzerhalt ist notwendig, um die kulturelle
Identität zu erhalten und fortzuschreiben?
− Welcher Wert wird Baudenkmalen aus der Zeit einer an den Kriegsereignissen
gebrochenen heroischen Moderne beigemessen, während an anderer Stelle derzeit
mutlose Schein-Denkmale (wieder)errichtet werden?
− Welche Rolle spielt Ressourcenökonomie in den Debatten um Erhalt, Weiterbau und
Rückbau?

 

Mehr Informationen unter

https://www.bda-berlin.de
http://blog.bda-berlin.de

 

Text: BDA Berlin

 

Mäusebunker Ausstellungsdetails © Ludwig Heimbach

Mäusebunker Ausstellungsdetails © Ludwig Heimbach 

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