Architektur und Wissenschaft

Eine lebendige Forschungslandschaft

Österreichisches ArchitekturdoktorandInnenseminar 2019 in Linz

Seit 2015 veranstalten die Architekturfakultäten österreichischer Universitäten ein gemeinsames biennales Symposion zu ihren Dissertationsprojekten: DoktorandInnen in verschiedenen Stadien ihrer Forschungsarbeit treffen sich hier, um gemeinsam mit KollegInnen und internationalen Peers ihre Forschungsstrategien zu diskutieren sowie methodische Anregungen für ihr Projekt zu beziehen. Lehrende können wiederum einen guten Überblick über die vielfältige aktuelle Architekturforschungs-Landschaft gewinnen.


 

Dieser Austausch hat sich als äußerst fruchtbar erwiesen und trägt auch dazu bei, einheitlichere Qualitätsstandards für Architekturdoktorate in Österreich zu etablieren. Das Format wurde von den drei Wiener Architekturfakultäten (Technische Universität, Akademie der bildenden Künste, Universität für angewandte Kunst) begründet und findet mittlerweile als gesamtösterreichische Unternehmung auch unter Beteiligung der drei Bundesländer-Fakultäten statt (Universität Innsbruck, Technische Universität Graz, Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz). So lässt sich ein repräsentativer nationaler Überblick über die Forschungsschwerpunkte der einzelnen Hochschulen gewinnen.

Österreichisches ArchitekturdoktorandInnenseminar 2019 in Linz

Österreichisches ArchitekturdoktorandInnenseminar 2019 in Linz

Entsprechend diesen Schwerpunkten fanden auch 2019 wieder – diesmal am 17. und 18. Oktober in den Räumen des von Adolf Krischanitz neuinterpretierten „Brückenkopfgebäudes“ der Kunstuniversität am Linzer Hauptplatz – vier Panels statt, in denen insgesamt 14 DissertantInnen ihre Projekte präsentierten sowie mit Peers und Publikum kritisch diskutierten. Die Panels waren den Themen Geschichte, Entwurf/Medien/Technologie, Urbanism sowie Raumwahrnehmung/Raumerfahrung gewidmet. Kompetenz und Renommee der Panel-ModeratorInnen Anna Minta, Robert Thum, Lina Streeruwitz und Jörg H. Gleiter sorgten dafür, dass die Relevanz, die Methoden und die Themen der Projekte auch an internationalen Standards gemessen wurden. Zusätzlich gab es wie gewohnt auch Posterpräsentationen, in denen rund ein Dutzend DoktorandInnen ihr Forschungsvorhaben in Debatten mit ModeratorInnen und Publikum bei zwei Rundgängen diskutierten, kritisch reflektierten und damit wichtige Anregungen für ihre Arbeit gewannen. Am Abend des ersten Tages zeichnete Tatjana Schneider von der TU Braunschweig in ihrer Keynote Speech ein kritisches Bild der Strukturen und Finanzierungen des akademischen Forschungsbetriebs in Europa.

Ein repräsentativer Überblick über die Architekturforschungs-Schwerpunkte der österreichischen Hochschulen

 

In der Bilanz der Veranstaltung wurde erneut klar, dass es in Österreich ein übersichtliches, aber vielfältiges, global orientiertes und relevantes Architektur-Themenspektrum gibt, das mit mehr oder weniger klaren Forschungsfragen, aber stets mit großem Engagement wissenschaftlich bearbeitet wird. Oder als künstlerisch-wissenschaftliches Forschungsprojekt, über dessen Kriterien und Standards es – zumindest für Österreich – noch keinen abschließenden Konsens in der Scientific Community zu geben scheint. Auch Lehrende konnten von der Veranstaltung viel profitieren, da die Levels der sechs veranstaltenden Unis miteinander und – über die internationalen Peers – auch mit den europäischen Standards verglichen wurden. So wurde auch ein repräsentatives Update zu international aktuellen Forschungsthemen und -Methoden geboten. Die Fortsetzung der Veranstaltung 2021 wird zeigen, welche Dynamik und welche Kontinuitäten der gegenwärtige Architekturforschungsbetrieb Österreichs im globalen Vergleich entwickelt.

Österreichisches ArchitekturdoktorandInnenseminar 2019 in Linz: Michael Walczak

Österreichisches ArchitekturdoktorandInnenseminar 2019 in Linz: Michael Walczak

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