Das Alpencamping in Nenzing ist ein Familienunternehmen mit 40 Jahren Tradition in Bestlage. Die neuen Chalets, die Architekt Reinhold Hammerer als vorgefertigte, voll möblierte Röhren mit Parabelquerschnitt auf einen kegelförmigen Hang aufständerte, läuten eine neue Camping-Ära für gehobene Ansprüche ein.


Die Bauten des Alpencampings schmiegen sich an den Fuß eines steilen, stark bewaldeten Hügels, der sich etwa 22 Meter hoch über das Areal erhebt. Im Herbst 2016 hatte Gertie Morik, die Eigentümerin den Einfall, den Hügel mit Einzelobjekten zu bebauen, die eine neue Ära einläuten sollten:

Luxuriöse Chalets für eine Klientel, die ohne Wohnwagen oder Zelt unkompliziert, aber komfortabel kampieren wollte.

 

Der kegelartige Steilhang war verwildert, dicht zugewachsen und sehr schwer zu bebauen. Der Architekt beschloss, die vorgefertigten Objekte in einer konzentrisch ansteigenden Anordnung im Gelände aufzuständern, zwischen denen ein Serpentinenweg verläuft. Die Chalets sind so in den Hang gesetzt, dass die meisten Panoramafenster südorientiert sind und jedes einzelne einen ungestörten Blick auf die Bergkulisse und hinunter auf den Campingplatz hat, der aus dieser Perspektive an ein kreisförmig um das Feuer formiertes Wagenlager aus dem Wilden Westen erinnert.

Es war sofort klar, dass weder Vorarlberger Kisten, noch alpine Hütten in Frage kommen. Es musste etwas Authentisches sein, das die Leute emotional berührt.

Reinhold Hammerer, Architekt

 

Jedes Modul ist aus Tannenholz, wie Rippen verlaufen die Träme zwischen Deckenverkleidung und Schalung. Als Dachhaut wurden die Röhren mit schwarzem, matten Resitrix-Naturkautschuk überzogen. Der ist PVC-frei und passt wunderbar zur Landschaft.

Reinhold Hammerer, Alpencamping Nenzing © Albrecht Immanuel Schnabel

Reinhold Hammerer, Alpencamping Nenzing © Albrecht Immanuel Schnabel

 

Das Innere ist sowohl räumlich, als auch von den Details her total ausgetüftelt, die Oberflächen sind edel, die Möblierung so effizient wie in einer Bootskajüte oder einem Schlafwagen – natürlich erster Klasse.

Gerade einmal 1,43 m breit ist das Innere und der Scheitelpunkt der Parabel erreicht eine lichte Höhe von 3,49 Meter. 

Das Holzgewölbe erzeugt eine höhlenartige Atmosphäre, ein kleines Fenster bietet auch beim Liegen eine tolle Aussicht. Unter dieser Galerie findet in der Nische hinter der Stiege eine voll ausgestattete , schwarze Küche Platz. Hochelegant und mit allem bestückt, was man braucht. Der Wohnraum liegt am querschnittsfüllenden Panoramafenster. Die Loggia davor erzeugt – vom letzten Stück der Röhre behutsam gerahmt – das Gefühl, hier förmlich in die Bergwelt zu fliegen und gewährt gleichzeitig Intimität. Premium-Chalets sind elf Meter lang, die Luxus-Variante 14 Meter.

Die neuen Chalets, die Architekt Reinhold Hammerer als vorgefertigte, voll möblierte Röhren mit Parabelquerschnitt auf einen kegelförmigen Hang aufständerte, läuten eine neue Camping-Ära für gehobene Ansprüche ein.

Isabella Marboe, Autorin

 

Reinhold Hammerer, Alpencamping Nenzing © Albrecht Immanuel Schnabel

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