Wientalterrassen, Wien © Daniel Hawelka

Wiens Aushängeschild ist der soziale Wohnbau. Während sich der Gemeindebau stetig weiterentwickelt und neu definiert, spielen auch geförderte Mietwohnungen eine zunehmend wichtige Rolle. Zu Letzteren zählen beispielsweise die Wientalterrassen der ArchitektInnen Berger+Parkkinen und Christoph Lechner&Partner. Mit ihrem Wohnbauprojekt haben sie einen urbanen Stadtbaustein für den Westen Wiens geschaffen, der seinen Fokus auf Energieautarkie setzt.


Die markante städtebauliche Lage des Grundstückes prägt die Form des Wohnbaus. Es ist Teil eines langgestreckten Stückchens Stadt, das zwischen Bahngleisen und dem parallel dazu verlaufenden Wienfluss liegt. Das Baufeld wird nördlich von den Bahngleisen und südlich von einer Straße eingegrenzt.

Durch das direkte Anschließen der Wientalterrassen an die Bahntrasse waren die zwei unterschiedlichen Niveaus maßgebend: das erhöhte Bahngelände und die Straße. Aus diesem Grund mussten die ArchitektInnen zuallererst entscheiden, wie sie mit dieser Topografie umgehen. Die vorhandene Böschung wurde bis zu einer vorhandenen Baumreihe abgetragen und das Straßenniveau aufgegriffen. Dies prägt die bauliche Gestaltung des Projektes sowie seinen Bezug zur Umgebung.

Aus dem langgestreckten Grundstück resultiert ein länglicher Baukörper. Drei Einschnitte lockern ihn auf und bilden öffentlich zugängliche Höfe. Zwei dieser Höfe erweitern den Raum der Promenade, die entlang des Baukörpers verläuft, der dritte Hof ist erhöht und wirkt dadurch privater. Dieses urbane Verweben lässt eine fließende Verbindung zur Nachbarschaft entstehen. Ergänzend dazu gibt es zwei weitere Höfe, die ausschließlich für die BewohnerInnen zur Verfügung stehen.

Eine weitere Verbindung zur Stadt wird durch die für den Wohnbau namensgebenden Wientalterrassen geschaffen: großzügige begehbare Dachflächen ermöglichen einen weitläufigen Fernblick über den gesamten Stadtteil hin zu einigen Wiener Wahrzeichen. Die insgesamt drei Dachterrassen unterscheiden sich in ihrer Größe sowie Ausstattung und sind an den Flanken der hofbildenden Bauteile positioniert.

Wientalterrassen, Wien © Daniel Hawelka

Wientalterrassen, Wien
© Daniel Hawelka

Ausgangspunkt für das Entstehen der Wientalterrassen war ein Bauträgerwettbewerb. Dabei arbeiten Bauträger und ArchitektInnen gemeinsam als Wettbewerbsteam an einem Projektvorschlag. Bei Gewinn des Wettbewerbs darf der Bauträger das Grundstück erwerben und die ArchitektInnen dürfen ihren Entwurf umsetzen. Als Instrument für den Bau von geförderten Mietwohnungen in Wien setzen Bauträgerwettbewerbe auf eine Zusammenarbeit zwischen beiden AkteurInnen und erfordern auch eine Auseinandersetzung mit Ökologie und sozialer Nachhaltigkeit.

In den Wientalterrassen sind ausschließlich geförderte Mietwohnungen untergebracht, die mit vielseitigen Wohnformen kombiniert und durch soziale Einrichtungen ergänzt werden: unterstützte Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung sowie für Kinder und Jugendliche, Wohnungen für Getrennt- und Alleinerziehende, Tageszentren für Menschen mit Behinderung und SeniorInnen. Einige der sozialen Einrichtungen sind in den Erdgeschossen untergebracht und beleben die öffentlich zugänglichen Höfe...

Sie möchten weiterlesen? Dieser Beitrag ist Teil unserer Ausgabe 7-8/2023. Der Volltext ist ab Seite 84 zu finden.

Wientalterrassen © Wolfgang Thaler

Eine Promenade verläuft an der Straßenseite entlang des Baukörpers der Wientalterrassen.
© Wolfgang Thaler

Wientalterrassen © Wolfgang Thaler

Neben den fünf Höfen besitzt jede Wohnung einen eigenen Außenraum.
© Wolfgang Thaler

Wientalterrassen © Daniel Hawelka

DIe drei Wientalterrassen stehen allen BewohnerInnen zur Verfügung.
© Daniel Hawelka

Wientalterrassen © Daniel Hawelka

Nebeneinander liegende Wohnungen können miteinander verbunden werden.
© Daniel Hawelka

Wientalterrassen © Daniel Hawelka

In jedes Stiegenhaus tritt natürliches Licht durch Fensteröffnungen an der Fassade ein.
© Daniel Hawelka


 


 

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