Saalachstrasse / Rottweg, Salzburg | Foto: Lukas Schaller, Wien

Bettina Götz und Richard Manahl zählen zu den erfahrensten und innovativsten Wohnbau-Planern des Landes. Im heterogenen Umfeld der Salzburger Peripherie demonstrieren sie einmal mehr, wie man den engen Regeln des geförderten Wohnbaus höchste Qualität abringt: Die Durchmischung, die Stapelung und Staffelung der Wohnungstypen bringt Vielfalt und Identität. Inklusive Maisonetten, die in diesem Metier selten geworden sind, introvertierten Terrassenflächen und klug gestalteten Freiräumen.


Innovation an der Peripherie Wenige Architekturbüros Österreichs können auf ein vergleichbares Oeuvre verweisen wie ARTEC – nämlich auf eines, das regelmäßig Innovationen im Wohnbau liefert, für den sie immer wieder prototypische Lösungen hervorbringen. Viele Planer suchen gegenwärtig aufgrund der engen wirtschaftlichen Grenzen des sozialen Wohnbaues die Lösung in einfachen, mitunter rigiden Formen und Strukturen. Bettina Götz und Richard Manahl hingegen bieten der Komplexität unserer Lebensentwürfe architektonisch differenzierte Modelle an.

Ihre jüngste Wohnanlage an der Saalachstraße im Salzburger Ortsteil Rott demonstriert dies eindrücklich. Die Gegend, um die es geht, hat nichts mit den Postkartenansichten der Salzburger Fremdenverkehrswerbung und nichts mit jenen Lagen der Mozartstadt zu tun, die zur Freude der hiesigen Immobilienwirtschaft preislich mit der Wiener Innenstadt um die Spitzenposition rittern. Der Nordwesten der Stadt an der Grenze zum bayerischen Freilassing, in dem diese Wohnanlage situiert ist, wird von heterogenen Baustrukturen geprägt und versammelt all das, was die Stadt an ihren Rand schiebt. Großmaßstäbliche Gewerbebauten wechseln ansatzlos mit bescheidenen Einfamilienhausbebauungen. Dazwischen liegen die letzten Äcker des einst rein landwirtschaftlich genutzten Terrains. Kurz: Die Gegend zählt definitiv nicht zu den schönsten Plätzen der Stadt, die hier jene Funktionen ausschüttet, die im Zentrum keinen Platz haben.

Identität schaffen

Das Grundstück besitzt eine eigentümliche Konfiguration. Es erstreckt sich zwischen zwei historischen Verkehrsverbindungen, dem Rottweg im Süden und der Saalachstrasse im Norden. Letztere ist Teil der ursprünglichen Verbindung zwischen Salzburg und München, sie führt zur alten Grenzstation. Das Grundstück, heute eingezwängt zwischen Baulichkeiten unterschiedlichen Alters und Funktionen, ist ein Überbleibsel der historischen Flureinteilung, wie sich aus den ältesten erhaltenen Katasterplänen aus dem Jahre 1830 erschließen lässt. Die von ARTEC gewählte Bebauungsstruktur reagiert intuitiv auf den Charakter eines durchgehenden Raums, der von beiden Straßen her zugänglich ist. Für das Grundstück zwischen den beiden alten Wegen entwickelten die Architekten eine spezielle Bebauungstypologie des verdichteten Flachbaus.

Saalachstrasse / Rottweg, Salzburg | Foto: Lukas Schaller, Wien

Saalachstrasse / Rottweg, Salzburg | Foto: Lukas Schaller, Wien

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