30. Piranesi Award vergeben

Galerie n09 – z33, Hasselt, Belgium, 2018; Architect: Francesca Torzo; Photographer: Gion Balthasar von Albertini

Zum 30. Mal wurde vergangenes Wochenende der „Piranesi Award“ im Rahmen des internationalen Architekturkongresses „Piran Days of Architecture“ verliehen.

Aus den zahlreichen Einreichungen bestimmten nationale Komitees im voraus 41 Projekte aus den neun teilnahmeberechtigten Ländern Österreich, Kroatien, Tschechien, Griechenland, Ungarn, Italien, Slowakei, Slowenien und Serbien. Die Jury unter dem Vorsitz der Architektin Valerie Mulvin (McCullough Mulvin Architects, Dublin), die sich traditionell aus den Vortragenden der Konferenz zusammensetzt, zeichnete neben einem Preisträger auch zwei Projekte mit lobenswerten Anerkennungen aus. Im Rahmen des ebenfalls ausgeschriebenen „Piranesi Student Award“ prämierte die Jury aus 22 Studierendenprojekten von zwölf unterschiedlichen europäischen Hochschulen und Universitäten (Graz, Wien, Spittal, Split, Zagreb, Pescara, Triest, Budapest, Ljubljana, Maribor, Thessaloniki und AA London) ein Siegerprojekt.

Jurymitglieder bzw. Vortragende waren: Valerie Mulvin (Vorsitzende der Jury), Matteo Bolgan, Eduard Callís, Aljoša Dekleva, Tina Gregorič, Gernot Hertl, Palmar Kristmundsson, Niall McCullough, Guillem Moliner, Amir Vuk Zec. Geleitet wurde die Jury des 30. Piranesi Award von Eva Mavsar, Spela Kuhar und Tatjana Sirk.

Piranesi Award 2018: Galerie n09 - z33, Hasselt, Belgien, 2018
Architekt: Francesca Torzo
Der “Piranesi Award” ging in diesem Jahr an Belgien. Die Jury bewertete den Erfindungsreichtum, mit der die Erweiterung n09 der bestehenden Kunstgalerie z33 gestaltet wurde, auf zwei Ebenen positiv: in Bezug auf die räumliche Organisation als Serie von Außen- und Innenräumen und deren gelungene Übergänge sowie hinsichtlich des experimentellen Ansatzes zur Neudefinition der Materialität. Eine Außenhaut interpretiert die Fassaden der bestehenden Gebäude neu. Alt und Neu verschmelzen nahtlos. Dramatische, komplexe Übergänge zwischen Außen und Innen provozieren den Betrachter zum Innehalten. Die neuen Elemente vervollständigen das Bestehende in einer Weise, die das Raumerlebnis verbessert. Das Gebäude ist Teil der Stadt und braucht seine Umgebung, um seine Qualität zur Geltung zu bringen.

Anerkennungen für die Basilika und das Geistliche Haus in Mariazell (Feyferlik / Fritzer) und Werkstatt Garage (Studiospazio)
Die erste Anerkennung ging an die östereichischen Architekten Wolfgang Feyferlik und Susanne Fritzer für deren unzählige Interventionen, die sie – eingebettet in ein großes Gesamtkonzept – über ein Vierteljahrhundert hinweg in Mariazell realisierten. Die Jury zeichnete das Projekt für seine radikalen, aber doch behutsamen Interventionen innheralb des großen religiösen Komplexes aus. Über zwei Jahrzehnte (1992–2018) dauerte die Arbeit daran. Jede der zahlreichen Aufgaben wurde mit der gleichen Aufmerksamkeit behandelt, seien es die Ausstellungsbereiche, Flure oder die Gästezimmer. Das Projekt hat keine gemeinsame Sprache, aber eine Besonderheit in Bezug auf jedes Ereignis.

Die zweite Anerkennung erhält das italienische Büro Studiospazio. Die Jury schätzt die elegante, einfache Lösung von Werkstatt Garage (2016) in der lombardischen Gemeinde Suzzara, die inhaltlich und konstruktiv weit mehr bietet als in der Ausschreibung gefordert war. Es sei ein ikonisches Objekt, das weit über das Gewöhnliche hinausgehe. “Es ist eine Geste vor der Architektur – und das mit ausgezeichneter konstruktiver Lösung”

Studierende der Universität Thessaloniki erhalten lobenswerte Anerkennung
In der Kategorie „Piranesi Student Award“ wurde das Projekt “Terrain Anamorphosis” von Antonia Gerogianni und Zoi-Niki Eleftheriadi ausgezeichnet. Die Jury äußerte sich positiv zu den Anliegen der Studierenden: Sie beschäftigen sich mit den aktuellen Problemen des Planeten Erde, wie Wassersalz, Olivenöl oder Bienen. Wasser ist der zugrunde liegende Motor des Projekts, der den Ort verändert. Das herausragende Niveau der künstlerischen Darstellung trifft in diesem Projekt auf Smart Engineering.

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Quelle: pida Pressemeldung