Dark, darker, Interiordesign.

OMU - bar & small eats; © Vannese

Dunkel ist in. Das sieht man vor allem an den unzähligen neuen, hippen Lokalen, die in Sachen Interieur-Stil und Mobiliar auf düstere Farben setzen. Wo man früher nicht genug Licht und Beleuchtungselemente über dem Esstisch haben konnte, geht man heutzutage eindeutig dem Motto „weniger ist mehr“ nach. Beziehungsweise je düsterer das Raumkonzept, desto „cooler“ das Lokal. 

Bestes Beispiel für derartige Einrichtungskonzepte ist das Restaurant „Mochi“ im 2. Bezirk in Wien, welches aus der Feder des Büros KLK stammt. Edel und elegant wirkt es. Ein Ein-Raum-Lokal, das von schwarzen Wänden eingegrenzt wird, einzig die Sushi-Bar besticht durch ihre helle Holzverkleidung. Dezent gesetzte Spots an der Decke bieten den Besuchern und Besucherinnen dann doch etwas Licht und Möglichkeit zur Orientierung. Die Idee sei, vermutet man, den Fokus auf Speisen und Getränke zu richten. Alles rundherum soll nicht ablenken, sondern in den Hintergrund treten. Im Fall „Mochi“ ist es auch ein Gegenzug zu allen kitschig bunten China-Restaurants, die beinahe an jeder Ecke der Stadt zu finden sind. Dieser Schachzug war eindeutig erfolgreich – die Inhaber des Lokals freuen sich über zahlreiche Gäste und Vorausbuchungen von bis zu einem halben Jahr.

Auch ein Paradebeispiel ist das „If Dogs Run Free“, zu finden an der Gumpendorferstraße, ebenfalls in Wien. Eine Bar, düster und geheimnisvoll. Dennoch gibt es hie und da Lichtakzente, die die schummrige Atmosphäre etwas durchbrechen. Die Wände sind allerdings nicht schwarz, sondern in dunklem Grau gehalten – eine Art „used look“ wollte man mit dem unsauberen Farbauftrag bezwecken. Ist eindeutig gelungen, denn es ergänzt sich perfekt mit den spacigen, rot-weißen Deko-Elementen an der Decke. Die Planer dieser speziellen Einrichtung sind übrigens keine geringeren als die Tzou Lubroth Architekten, die bekannt sind für ihre sehr zeitgemäßen, ausgefallenen Interieur-Kreationen.

Als letztes Exempel wäre noch die „OMU Bar“ im 9. Bezirk erwähnenswert – wieder umrandet mit schwarzen Wänden, aber im Gesamtbild ein ganz anderes Konzept. Chic und sehr stylish präsentiert sie sich, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Beinahe wie ein angesagter Tanz-Club wirkt sie. Hier gibt es kaum Beleuchtungskörper, vielmehr Neon-Reklamen, die pinkes und violettes Licht im Raum verteilen. Geplant wurde die Bar von den Dreiplus Architekten aus Graz.

Nach dem „Industrial Look“ und dem steril wirkenden Alles-in-Weiß-Konzept, begeistert nun der düstere Stil Interior Designer, Lokalbesitzer, wie auch Gäste. Man darf gespannt sein, was noch folgt.