architektur.aktuell-Talks auf der Bauen & Energie Wien 2019

Die Stadt: Bauen zwischen Bestand und Freiraum

 © Reed Messe Wien

Ostösterreichs größte Baumesse bot die Plattform für einen gelungenen Austausch über die aktuellsten Themen des Baubetriebs: Architektinnen und Architekten präsentierten gemeinsam mit Fachkonsulenten und Industriepartnern auf unserem Messepodium zahlreiche innovative Projekte. Mit interessierten Besuchern diskutierten sie exemplarische Lösungen für das Bauen im Bestand, bei innovativer Haustechnik sowie Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung.


Klimawandel, Migration und intensive Urbanisierung prägen auch in mitteleuropäischen Städten massiv den Bau-Alltag und seine Zukunft. Besonders in Metropolen mit viel altem und geschütztem Baubestand: Hier gibt es einerseits zu wenig qualitätsvollen öffentlichen Raum und urbanes Grün, das die stetig wachsende sommerliche Überhitzung lindert. Und andererseits ist der umfangreiche Altbestand – meist in guten oder zentralen Lagen – eine bedeutende Ressource für den angespannten Wohnungsmarkt und andere Funktionen. Die Aktivierung dieser Ressource mittels Sanierungen, Zubauten und Anpassung an aktuelle Nutzungsstandards steht daher ganz oben auf der aktuellen Bau-Agenda.

Klimawandel, Migration und intensive Urbanisierung prägen auch in mitteleuropäischen Städten massiv den Bau-Alltag und seine Zukunft.

Fünf erfolgreiche Wiener Architekturbüros demonstrierten in Best-Practice-Beispielen, wie man mit diesen Anforderungen kreativ, produktiv und nachhaltig wirksam umgeht. Robert Diem von Franz&Sue zeigten mit einem Einfamilienhaus in Niederösterreich sowie dem umgebauten und erweiterten Justizzentrum in Salzburg, dass neue Funktionen perfekt in alte dörfliche oder urbane Strukturen integriert werden können. Dazu bedarf es auch schlauer Haustechnik, zu der Nicole Heptner von euro-unitech JUNG schöne und innovative Schalter sowie elektronische Steuerungssysteme für das Smart Home vorstellte.

Architekt Martin Mittermair präsentierte danach ein Vorzeigebeispiel für den perfekten Umgang mit denkmalgeschützter Substanz: Gemeinsam mit Wolfgang Salcher vom Bundesdenkmalamt, der das Projekt mittels Bauforschung aktiv unterstützte, zeigte er anhand zweier adeliger Wohnpalais aus dem Barock in der Wiener Herrengasse, dass auch sehr prominente Objekte subtil für den aktuellen Wohnungsmarkt adaptiert werden können.

Viel qualitätsvolle neue Wohnnutzfläche kann man dem Bestand auch durch Dachausbauten abgewinnen. Dazu stellte Architektin Gerda Eisler ein gelungenes Beispiel aus Wien-Floridsdorf vor: Das bewährte und tausendfach gebaute Wiener Gründerzeithaus bietet gute Um- und Zubaumöglichkeiten bei bester Infrastrukturanbindung. Ursula Obernosterer vom Hersteller PREFA zeigte dazu eine breite Vielfalt an lieferbaren Farben, Formen und Formaten von Dach- und Fassadenelementen aus Aluminium.

Auf der architektur.aktuell-Bühne: CR Matthias Boeckl und Architekt Martin Mittermair (großes BIld oben) © Reed Messe Wien

Auf der architektur.aktuell-Bühne: CR Matthias Boeckl und Architekt Martin Mittermair (großes BIld oben) © Reed Messe Wien

Mit der Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung wurde der zweite große und höchst relevante Themenkomplex aktuellen Bauens im urbanen Kontext diskutiert. Expertin und architektur.aktuell-Autorin Stephanie Drlik betonte eingangs die gestiegene soziale Bedeutung öffentlich zugänglicher Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität und grünen Kühl-Faktoren in unseren dichter werdenden Städten.

Danach führte Anna Detzlhofer von den DnD Landschaftsplanerinnen durch einige ihrer erfolgreichen Freiraumgestaltungen und stellte als neuestes Projekt die Umgestaltung der Zieglergasse im dicht bebauten Wiener Stadtbezirk Neubau unter anderem mittels Bäumen, sommerlicher Besprühung und Sitzgelegenheiten vor. Wie öffentliche Platzflächen variantenreich mit Betonsteinen gestaltet werden können, führte Oliver Artner von den Friedl Steinwerken vor.

aa-Redakteurin Isabella Marboe und Nicole Heptner von euro-unitech JUNG © Reed Messe Wien

aa-Redakteurin Isabella Marboe und Nicole Heptner von euro-unitech JUNG © Reed Messe Wien

Den gelungenen Abschluss lieferte Architektin Maria Auböck, die mit Janos Kárász schon seit Jahrzehnten ein international erfolgreiches Landschaftsplanungsbüro in Wien betreibt, das Fach auch an der Münchner Akademie lehrte und derzeit Präsidentin der Zentralvereinigung österreichischer ArchitektInnen ist. Mit ihrem Tour d’horizon über Dachgärten, Innenhofgestaltungen, öffentliche Plätze und Flaggschiffprojekten wie dem Erste Campus beim Wiener Hauptbahnhof bot sie ein faszinierendes und lehrreiches Spektrum einer Bauaufgabe, die das Gesicht unserer Städte entscheidend prägt. – So gelang einmal mehr ein inspirierender Austausch zwischen ArchitektInnen, KonsultenInnen, interessiertem Publikum und Industriepartnern, der bei Drinks, Chats und Snacks stimmungsvoll ausklang.

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