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Touristen vs. Einheimische

Locals and Tourists #13 (GTWA #5): Berlin, Base map © OpenStreetMap, CC-BY-SA

Wie eine Stadt auf ihre Nutzerinnen und Nutzer wirkt, unterscheidet sich massiv von der jeweiligen Perspektive: Während manche Wiener über Wochen oder Monate fast nie in die Fremdenverkehrszone der Inneren Stadt eintauchen, verlassen umgekehrt viele Besucher dieser Stadt kaum jemals die Welterbezonen des Stadtzentrums oder Schönbrunns.


Ein Projekt des Datenkünstlers und Softwareentwicklers Eric Fischer macht das sichtbar: „Locals and Tourists“ ist eine Sammlung von insgesamt 136 Stadtkarten aus der ganzen Welt, die diese extrem unterschiedlichen Sichtweisen kombinieren und damit die Unterschiede zwischen Städten deutlich machen – manche sind extrem vom Tourismus gezeichnet, manche werden nur wenig besucht. Für diese Karten wurden Twitterdaten aus 2012/13 verwendet: Wer über länger als einen Monat aus derselben Stadt tweetete, wurde dort als „Local“ interpretiert. Touristen waren demgegenüber jene, die anderswo als dort, wo sie Local waren, tweeteten. In den Karten werden die Tweets (egal ob Fotos oder anderes) der Touristen als rote Punkte dargestellt, die der Locals als blaue und jene, die nicht zuordenbar sind, als gelbe. In den Plandarstellungen auf Flickr haben hilfreiche Benutzer die intensiv einfärbigen Zonen markiert und benannt, damit auch Stadtfremde die Bedeutung der Karten nachvollziehen können. Der Plan von Manhattan zeigt intensive rote Zonen rund um den und im südlichen Central Park, entlang des Broadway, in Soho, Greenwich und Lower Manhattan und bei den Brücken nach Brooklyn. Dann gibt es noch zwei Hot Spots auf Ellis Island und bei der Freiheitsstatue – der Rest von Manhattan und Brooklyn ist überwiegend blau. Noch stärker konzentrieren sich die Touristen in Stockholm aufs Zentrum, außerhalb dessen kaum jemand anderer tweetet als Locals. Dem gegenüber ist Rom durchgehend rot, auch wenn man den Vatikan und den Bereich vom Forum bis zum Kolosseum deutlich ablesen kann. Entweder gibt es hier unglaublich viel mehr Touristen als Locals, oder die Römer befassen sich nicht sonderlich mit Twitter. Noch extremer ist nur Venedig. In Wien sind, erwartungsgemäß, die Innere Stadt und Schönbrunn rot – aber auch das Belvedere, der untere Naschmarkt, der Prater. Kleine rote Einsprengsel gibt es am Zentralfriedhof, bei den Gasometern, am Küniglberg, bei der Reichsbrücke. Gemischt rot-blau ist die Achse der Mariahilferstraße bis zum Westbahnhof.

https://www.flickr.com/photos/walkingsf/4671589629

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