Steven Holl Architects, Arge ott-reinisch/sam, Erweiterung Loisium, Langenlois © Hertha Hurnaus

Mit der kürzlich fertiggestellten Hotelerweiterung gelang es Steven Holl, ein gefasstes Ensemble zu erzeugen, das die Unbilden der Siedlungsentwicklung weitgehend ausblendet.


Einst als solitäre Bauskulpturen in die Rieden nördlich des Stadtzentrums gesetzt entfalteten das Loisium Besucherzentrum (2003) und das Loisium Hotel (2005) besonders aus der Ferne betrachtet beinahe den Charakter eines Land Art Projekts. Doch bald bedrängte das neue Wohngebiet diese topografische Intervention und untergrub ihre Wirkung.

Steven Holl Architects, Arge ott-reinisch/sam, Erweiterung Loisium, Langenlois © Hertha Hurnaus

In den Weinrieden: Das markante Besucherzentrum (rechts), das erste Hotel (Mitte) und das zweite (links). © Hertha Hurnaus

Work in Progress

Bevor der Zubau aber spruchreif wurde, verlängerten 2017 Irene Ott-Reinisch und Franz Sam, Holls lokalen Partnerarchitekten, die beiden Schenkel des U-förmigen Hotels von um gläserne Pavillons, um der Hotelgastronomie mehr Raum zu geben. Als Referenz dienten ihnen dazu frühe Modellstudien von Steven Holl, in denen bereits die Möglichkeit vorgesetzter Annexbauten untersucht wurde.

Architektur, die immer eine Zusammenarbeit ist, macht besonders viel Freude, wenn das Team aus echten Freunden und großartigen Kunden besteht, die den Sinn und die Liebe zum Detail, zum Licht und zum Raum, den Architektur vermittelt, zutiefst schätzen.

Steven Holl

Mit dem neuen Hoteltrakt, der unterirdisch mit einem Tunnel an den Bestand angebunden ist, nimmt Holl erneut Anleihe bei den historischen Kelleröhren, die Langenlois unterminieren. Dieses Mal aber weniger bildhaft als in den älteren Bauten, wo das Motiv der Gewölbekeller sich sogar bei Türgriffen und Sitzbezügen wiederfindet. Einzig mit den Tonnengewölben der obersten Geschosse spielt er an den Lokalkolorit an. „Out of the ground“ vervollständigt er damit das vor fast 20 Jahren begonnene Ensemble ausunterirdischer Weinerlebniswelt („under the ground“), dem sich in Hangrichtung neigenden Kubus des Besucherzentrums („on the ground“) und dem auf Baumstützen aufgestelzten Hotel („over the ground“). Der schnellste Weg von der Rezeption im Haupthaus führt oberirdisch durchs Freie.

Steven Holl Architects, Arge ott-reinisch/sam, Erweiterung Loisium, Langenlois © Hertha Hurnaus

Unterirdisch stellt ein Tunnel eine Verbindung her, der der Länge nach in einen Gäste- und einen Servicebereich geteilt.  © Hertha Hurnaus

Geborgen mit Aussicht

Den westseitig den Zimmern in den Obergeschossen vorgelagerten Gängen verleiht – wie in etlichen anderen Holl-Bauten – eine Außenwand aus satiniertem und folienbeschichtetem Weißglas eine ätherische Atmosphäre. Sie lässt das Tageslicht eindringen, blendet aber die knapp dahinter ansetzende Siedlung aus. Umgekehrt bildet von der anderen Seite betrachtet diese Wand aber keine abweisende Barriere und wird des Abends zum schimmernden Lichtkörper. Hochgefühl kommt in den Zimmern auf. Die Geborgenheit der Räume kommt unter den Gewölben naturgemäß stärker zu tragen als darunter. Eichenholzböden und Einbaumöbel aus Kastanienholz harmonieren mit dem schalreinen Beton und sorgen für die wohnliche Komponente.

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Steven Holl Architects, Arge ott-reinisch/sam, Erweiterung Loisium, Langenlois © Hertha Hurnaus

Steven Holl Architects, Arge ott-reinisch/sam, Erweiterung Loisium, Langenlois © Hertha Hurnaus

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