Haus R, kontur © Martina Oberlehner

Kreativität prägt Realität. Nach dem gemeinsamen Studium an der TU Graz fanden eine Architektin und zwei Architekten zur gemeinsamen Arbeit in ihrem Linzer Büro zusammen. Sie punkten mit subtilen und vielfältig nutzbaren Umbauten, Wohn-Neubau sowie einer augenöffnenden Studie, die beweist, dass kreative Intelligenz im Wohnbau keine Mehrkosten verursacht, sondern Geld spart. Und verbinden die Wertschätzung des Bestehenden mit Vorschlägen zu den brennenden Themen der Gegenwart und Zukunft.


 

Von der Uni in die raue Welt

Es ist ein Klassiker der Architekturbüro-Gründungsgeschichten: Drei Studierende – Andreas Huemer, Teresa König, Gunther Oberlehner – lernen einander im Zeichensaal der TU Graz kennen und schätzen. In der Praxiszeit nach dem Diplom trifft man sich im Architekturbüro, später beim Ziviltechnikerkurs wieder. Man setzt, noch für sich allein kämpfend, vorsichtige Schritte in die Selbständigkeit. Zur Realisierung des ersten großen Projektes schließlich gründet man eine Ziviltechniker-GmbH. Die Architekturdiskussion, die wechselseitige Motivation und die Qualitätskontrolle sind wesentliche Motive für diese Entscheidung.

Selbst das Wahren der eigenen Haltung ist möglich, wenn man sich dem aufwändigen Weiterbau eines im Kern haltbaren Grundgerüstes stellt.

Gerüst für die Zukunft

Der Um- und Erweiterungsbau des Hauses R. war von der Notwendigkeit geprägt, größtmögliche Sparsamkeit walten zu lassen, allerdings weder auf Kosten der Qualität noch des Erscheinungsbildes im Ergebnis. Die Ausgangssituation, ein winkelförmig angelegtes, eingeschossiges, von einem Satteldach bekröntes, weit und breit von nichts als landwirtschaftlich genutzter Gegend umgebenes Haus wird im Volksmund gern „Bauernsacherl“ genannt. Ein solches galt es, unter Beibehaltung des Wohnsitzes der Elterngeneration für eine junge, noch wachsende Familie zu erweitern. kontur haben einen Arm des Grundrisses um etwa fünfzig Quadratmeter nach Süden verlängert und das Dach des Bestandes darüber weitergezogen. Die Verwendung ökologisch unbedenklicher Baustoffe und die Ausführung der Arbeiten durch regional ansässige Firmen waren ungeachtet des Kostendrucks beinahe selbstverständlich. Das so entstandene zusätzliche Volumen erweitert den Bestand um einen multifunktionalen Wohnbereich, der sich über die gesamte Trakttiefe und Höhe des Zubaus erstreckt. Im Osten und Süden hat eine Terrasse unter dem Dach Platz gefunden.

Haus R, kontur © Martina Oberlehner

Haus R, kontur © Martina Oberlehner

Unregelmäßig gesetzte Steher aus Holz zeichnen die Kontur des Daches in der Vertikalen nach und dienen als Gerüst für unterschiedliche, der Zukunft überlassene Nutzungen.

 

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