StudioVlayStreeruwitz, MIO © Bruno Klomfar

Wie kann ein einzelnes Objekt auf einer Parzelle zum langfristigen Generator von Urbanität werden?

Lina Streeruwitz und Bernd Vlay 

 

StudioVlayStreeruwitz, MIO © Bruno Klomfar

An der Kreuzung zweier Hauptachsen des Stadtentwicklungsgebiets nähe Hauptbahnhof im zehnten Wiener Gemeindebezirk ragt ein 35 Meter hoher Wohnturm empor, ruhend auf einem horizontal liegenden „L“. Die übereinander gestapelten Volumina des Quartiershauses werden mittels einer horizontal durchgezogenen Stadtterrasse und der straßenseitigen, freitragendenden Arkade gegliedert. An prominenter Ecklage ebendieser findet man die Stadtloggia: Mit einer Raumhöhe von vier Meter bietet dieser Gemeinschaftsraum Platz für alle im Haus Lebenden und Arbeitenden. Die gläsernen Faltschiebetore können großzügig geöffnet werden und ermöglichen die Fusion von Innenraum und Stadtplatz, auch die Weiterführung des Bodenbelags verdeutlicht dies. Hier ist Platz für vieles: vom Familienfest über den Flohmarkt bis hin zur Yogaklasse.
 

Als „differenzierte Raumkultivierung“ bezeichnet Lina Streeruwitz das Zusammenspiel von Raumstruktur und Aneignungsmöglichkeit. Nutzungsoffenheit und Gestaltungsfreiheit der BewohnerInnen werden mithilfe eines Stützenrasters statt Wänden sowie Ringleitungen statt Wohnungsschächten für die Haustechnik ermöglicht. Großzügige Raumhöhen von 2,80 Meter schaffen vielfältige Nutzungen loftartiger Wohnverhältnisse. Dank der großzügigen Fensterflächen mit einer Vielzahl an Lichtachsen ist eine freie Setzung von Zimmern und offenen Wohnbereichen möglich. Die kleinen Balkone, rhythmisch die Fassade gliedernd, können mithilfe von Glaselementen in den Innenraum erweitert werden und Wintergärten bilden. Auf Basis der kleinsten Einheit von 36 m² werden so unterschiedlich große Wohnräume gebildet.

StudioVlayStreeruwitz, MIO © Bruno Klomfar

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Das Ergebnis ist ein Quartiershaus, das vom Architektenduo auch salopp als „(d)ein lässiger Typ“ betitelt wurde.

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