nav_s baerbel mueller + Juergen Strohmayer

Nubuke Extended, Accra

In der Hauptstadt von Ghana wartet ein neuer Ausstellungsraum für gegenwärtige Kunst auf. Inmitten der wachsenden Großstadt bildet die neue Architektur eine sensible Oase der üppigen Natur und der abwechslungsreichen Kultur.


 

 

Die in Ghana beheimatete Nubuke Foundation hat sich als eine der wichtigsten Institutionen in der Kulturlandschaft etabliert. Am Rande der ghanaischen Hauptstadt Accra gelegen, im rasant wachsendem Stadtteil East Legon, bietet eine grüne Oase, geprägt von tropischer Vegetation, Raum für Kunst und kulturellen Dialog.

Im Laufe des letzten Jahrzehnts entwickelten sich auf dem Grundstück mehrere Räume, deren Ensemble durch einen eindrucksvollen Ausstellungsraum vervollständigt wurde. Der Entwurf stammt von Baerbel Mueller (nav_s) und Juergen Strohmayer, die sich in enger Abstimmung mit der Nubuke Foundation gegen den Abriss des Bestands und für die Idee eines Campus ausgesprochen haben.

Der neue Ausstellungsraum soll sich im örtlichen Kontext der Bestandsgebäude und Vegetation einfügen. So bildet das Projekt den Abschluss des Grundstücks im Norden und fasst den Garten räumlich ein. Eine angrenzende Mauer wurde abgetragen, um den Bezug zum zuvor versperrten Palmenhain wieder herzustellen. Inmitten der üppigen Vegetation steht nun im spektakulären Kontrast ein Volumen aus Sichtbeton mit klaren Kanten. Inspiriert von monolithischen Bauten in brasilianischen Urwäldern brachten die ArchitektInnen die eher unbekannte Kultur des Sichtbetonbaus nach Westafrika. Die Referenz zur „Tropischen Moderne“, wie man sie eher aus anderen Regionen in Südamerika und Indien kennt, ist durchaus gewollt.

nav_s baerbel mueller + Jurgen Strohmayer, Nubuke Extended © Julien Lanoo

nav_s baerbel mueller + Jurgen Strohmayer, Nubuke Extended © Julien Lanoo

Das Volumen der neuen Ausstellungshalle emporgestemmt, um einen offene Durchwegung unterhalb zu ermöglichen und um einen Platz zu schaffen, der BesucherInnen von der heißen Sonne und schweren Regenfällen schützt. Der vordere Teil des langgezogenen Baukörpers streckt sich über die Mauer bis auf die Straße hinaus und markiert als eindrucksvolle Geste den darunter liegenden Haupteingang für ankommende Gäste.

nav_s baerbel mueller + Jurgen Strohmayer, Nubuke Extended © Julien Lanoo

Zwischen den sanften Bewegungen der Palmen und dem Treiben des Stadtverkehrs liegt dieser großzügige, offene Raum, der nicht als abgeschlossener „white cube” fungiert, sondern in klarer Beziehung zur Umgebung steht. Die Geometrie des Volumens orientiert sich an der optimalen natürlichen Belüftung des Raumes. Durch die Platzierung der Gebäudeöffnungen nach lokalen Windrichtungen entsteht ein angenehmer Luftzug, der den Gebrauch einer klassischen Klimaanlage ersetzen kann. 

Lesen Sie mehr in architektur.aktuell 3/2020!

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