Gasparin & Meier Architekten

Seniorenwohnhaus Nonntal, Salzburg

Gasparin & Meier Architekten, Seniorenwohnhaus Nonntal, Salzburg © Paul Ott

Zwei im Grundriss tropfenförmige durch ein mittleres Erschließungsgelenk verbundene Häuser – die Schmalseiten innen, die breiteren Kreissegmente zum Grünraum orientiert – stellten die Architekten Gasparin & Meier wie einen Pavillon ins Zentrum des rückseitigen Bestands-Hofes, der Vereinigten Versorgungsanstalten der Stadt Salzburg.


 



Über dem Sockel des Erdgeschosses, das Verwaltung, Therapieräume, Cafeteria und Mehrzwecksaal aufnimmt, kragen die vier Wohngeschosse aus und geben rundum den gebäudenahen Freibereichen Witterungsschutz.


Das Hausgemeinschaftsmodell basiert auf der Idee eines Zusammenlebens in einem wohnlichen Milieu, ähnlich einem Haushalt. Wer noch kann, übernimmt leichte Hausarbeiten und ist damit nicht zur Passivität verdammt.
Hier leben zwölf Personen in je einer Hausgemeinschaft.


Die in einem Haus für hochaltrige Menschen notwendigen Pflegeleistungen werden nach individuellem Bedarf von fachlich qualifiziertem Pflegepersonal übernommen.
Die fixen Bezugspersonen, die quasi den Haushalt führen, sind Alltagsmanagerinnen und -manager, zu deren Aufgaben es auch gehört, die täglichen Mahlzeiten in den Wohnküchen zuzubereiten, die das Herz jeder der acht Einheiten bilden.

Gasparin & Meier Architekten, Seniorenwohnhaus Nonntal, Salzburg © Paul Ott

Gasparin & Meier Architekten, Seniorenwohnhaus Nonntal, Salzburg © Paul Ott



Nach innen um das Stiegenhaus hin sind ihnen kleine Wohnzimmer vorgelagert – verglast und mit Vorhängen als intimere Rückzugorte gestaltet, die auch gern vom Personal für kleine Auszeiten im fordernden Pflegealltag genutzt werden.


Zudem verfügt jede Hausgemeinschaft noch über eine kleinere Loggia als Rückzugsort im Freien.
Dazwischen sind die individuellen Wohnschlafzimmer samt Sanitärbereich für jeweils eine Person so aufgefächert, dass über Erkerfenster mit niedrigem Parapet für einen weiten Blickwinkel nach außen gesorgt ist.


Im Kern jeder Geschoßhälfte sind einerseits die notwendigen Nebenräume zu Inseln gruppiert.
Hier sind – mit gutem Überblick über das Geschehen im Haushalt – die Pflegestützpunkte integriert.


Zum anderen ist jeweils ein bis ins Erdgeschoss reichendes Atrium eingeschnitten, das zusätzliches Licht in die Gebäudemitte bringt.
Dass dadurch auch für eine Blickverbindung zwischen den Geschossen gesorgt ist, bereichert den Spaziergang in Achterschleifen, der um Rauminsel und Atrium möglich ist und besonders für demenzkranke Bewohnerinnen mit Orientierungsschwierigkeiten und hohem Bewegungsdrang ein wichtiger Beitrag zu Sicherheit und Wohlbefinden ist.

Gasparin & Meier Architekten, Seniorenwohnhaus Nonntal, Salzburg © Paul Ott

Gasparin & Meier Architekten, Seniorenwohnhaus Nonntal, Salzburg © Paul Ott

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