Helen & Hard

Sirius – living working housing, Wien

Sirius Seestadt Aspern, Helen & Hard © Kurt Hörbst

Try, try, try just a little bit harder sang Janis Joplin. Beim Terrassenhochhaus an der nach ihr benannten Promenade in der Seestadt Aspern in Wien hätte es auch ein paar zusätzlicher Anstrengungen gebraucht, um zu erfüllen, was der Wettbewerbsentwurf versprochen hat.


 

Von der Idee zur Realität

Blicken wir zunächst sechs Jahre zurück: „Die Herausforderung der Ausschreibung und des Standorts trafen auf eine fantasievolle ‚bauplastische‘ Antwort. Die Verwendung von Holz stellt ein bedeutendes Qualitätskriterium des Projekts dar … Eine Realisierung dieses ungewöhnlichen Projekts könnte ein positives Image der Seestadt Aspern verstärken.“ Der Jurybericht lässt die hohen Erwartungen erkennen, die mit dem Beitrag des norwegischen Architekturbüros von Helen & Hard von Anfang an einhergingen. Mit warmer Ausstrahlung, ökologisch gebaut und mit üppiger Vegetation versehen, versprach der Entwurf zu einem Vorzeigeprojekt der Seestadt zu werden – einprägsamer als das Gros der Bauten, die bis dahin den Körper der jungen Satellitenstadt bildeten.

Eine wesentliche Intention war es, eine robuste Struktur zu entwickeln, die unterschiedliche Nutzungen und Wohnungstypologien zulässt.

 

Sirius Seestadt Aspern, Helen & Hard © Kurt Hörbst

Das Straßenniveau bietet Läden und öffentliche Bereiche an den Ecken. © Kurt Hörbst

Blockrand terrassiert

Es ist eine starke städtebauliche Struktur, die von den Architekten für das 28.000 m2 große Grundstück an der Janis-Joplin-Promenade ersonnen wurde: Durch die ausgeklügelte Paarung einer Blockrandbebauung mit einem Terrassenhaus entsteht einerseits eine signifikante Bauskulptur, andererseits gelingt die Verbindung einer introvertierten Hofsituation mit einer mannigfaltigen Bezugnahme auf die Umgebung – die See- und Parklandschaft im Norden und die beiden städtischen Plätze im Südosten und Südwesten.

Mit Sirius wurde ein Name gefunden, der das Projekt als den hellsten Stern der Seestadt positionierte.

Drei voneinander unabhängige winkelförmige Bauteile umfangen den Innenhof. Dieser wurde von Carla Lo als grüne Inselgruppe gestaltet, die von Wegen gefasst ist. Die Trakte steigen an den Ecken kaskadenförmig zu Hochpunkten an. Das Motiv der Abtreppung findet sich in den drei „Magic Caves“ wieder: mehrgeschossige Aushöhlungen, die als großzügige Empfangsbereiche und Begegnungsräume dienen und – ausgekleidet mit warmtönigem Furnier (American Cherry) – freundliche Gesten nach außen darbieten. Fassaden und Balkone sind in den drei Gebäudeteilen unterschiedlich gestaltet, folgen aber einem gemeinsamen Formenkanon.

Die Bauhöhen steigen vom Sirius in Richtung Osten an. © Kurt Hörbst

Sirius Seestadt Aspern, Helen & Hard © Kurt Hörbst

Großzügige Begegnungsräume ausgekleidet mit warmtönigen Furnier. © Kurt Hörbst

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