Die Form, der neuen Stadtbiblitohek Dornbirn von Dietrich/Untertrifaller und Christian Schmoelz, von vier raffiniert ineinander verschnittenen Parabeln hat ganz pragmatisch mit den Bäumen zu tun, zwischen die dieser wunderbar zeichenhafte Bau gesetzt ist.


 

Die neue Dornbirner Stadtbibliothek ist ein wunderbar semitransparentes Haus.

Nicht zuletzt durch seine gläserne Hülle, deren amorphe Rundungen aus schuppenartig aneinandergefügten Fenstern mit Holz-Alu-Rahmen generiert werden. Sie sind raumhoch und dreifachverglast mit zusätzlichen Lüftungsflügeln in den Büro- bzw. Arbeitsräumen. Im Abstand von 70 cm ist diese innere Ebene fast komplett mit einem überdimensionalen „Bücherregal“ umstellt. Konstruiert als zartes Gerüst aus feuerverzinktem Stahl mit sechs unterschiedlich hohen „Regalböden“, die mit 8000 „Büchern“ aus weiß glasierten Keramikelementen locker befüllt sind.

Was nicht nur als weithin sichtbares Zeichen für das, wofür dieses sehr spezielle Haus steht, zu lesen ist, sondern auch als unkomplizierter permanenter Sonnenschutz funktioniert und außerdem viel Tageslicht in das Innere lässt, um dieses gleichzeitig subtil nach außen abzuschotten.

Wirklich spektakulär gibt sich der Baukörper allerdings nächtens, wenn er zum riesigen Lampion wird, der aus seinem Inneren leuchtet.

Die Reduktion auf wenige pure Materialien wie Beton, Glas und Holz war uns wichtig.

Projektleiter Peter Nussbaumer, Partner im Büro Dietrich/Untertrifaller

 

Dietrich/Untertrifaller und Christian Schmoelz, Stadtbibliothek Dornbirn © Aldo Amoretti

Dietrich/Untertrifaller und Christian Schmoelz, Stadtbibliothek Dornbirn © Aldo Amoretti

Das Skelett des Hauses besteht aus einer klaren Konstruktion aus Stahlbeton, entwickelt rund um eine zentrale, über die zwei Obergeschosse offene, rechteckig in die amorphe Rundform eingeschriebene, rund acht Meter hohe Halle. Erschlossen über verglaste Schleusen durch zwei gegenüberliegende gleichberechtigte Zugänge, die in die hallenhohen Sichtbetonwände hineingeschnitten sind.

Die räumliche Abtrennung zu den mit rund 100.000 Büchern, Zeitschriften, Spielen und digitalen Datenträgern bestückten Freihandbereichen ist im Erdgeschoss komplett verglast, die Möblierung ist dadurch, dass nicht nur die Beleuchtung, sondern die komplette Technik in den Regalen versteckt ist, höchst flexibel. Die komplette Innenausstattung ist von den Architekten entworfen und aus Eiche. Genauso wie der in weiten Bereichen durchgehende Holzboden und eine möbelartig wirkende Stiege, die – neben einem Lift vis-a-vis – das Erdgeschoss mit der Ebene darüber bzw. darunter verbindet.

Dietrich/Untertrifaller und Christian Schmoelz, Stadtbibliothek Dornbirn © Aldo Amoretti

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