Ector Hoogstad Architecten

The World’s Biggest Bicycle Parking

Garage

In Utrecht entsteht derzeit die größte Fahrradstation der Welt. Um die Fläche zwischen Hauptbahnhof und Einkaufszentrum optimal zu nutzen und neu zu strukturieren, hat das Rotterdamer Büro Ector Hoogstad Architecten eine unterirdische Infrastruktur mit viel Sichtbeton und Holz für rund 13.500 Fahrräder entwickelt.

Zwischen Bahnhof und Shopping Center

Das Radfahren könnte eine Erfindung der Niederländer sein. Nirgends sonst – abgesehen von Dänemark –, gibt es derartig viele Drahtesel und eine derart gute Infrastruktur für Radfahrer. Zu den größten Herausforderungen zählt dabei die Schaffung von ausreichend Parkraum, vor allem an den Bahnhöfen. Eine außergewöhnliche Umsetzung dieser Bauaufgabe zeigt die neue Fahrradstation am Hauptbahnhof in Utrecht. Die mit rund 350.000 Einwohnern viertgrößte Stadt der Niederlande – etwa ein Zehntel davon sind Studierende – besitzt aufgrund ihrer zentralen geografischen Lage den größten und wichtigsten Verkehrsknotenpunkt des Landes: Tag für Tag halten hier mehr als 1.500 Züge mit rund 280.000 Fahrgästen. Gleichzeitig sind täglich etwa 125.000 Radfahrer unterwegs, also mehr als ein Drittel der Bevölkerung.

Garage

Um das steigende Verkehrsaufkommen vor Ort zu bewältigen, ist der Utrechter Hauptbahnhof in den vergangenen zehn Jahren nach Plänen von Benthem Crouwel Architects grundlegend umgestaltet worden. Ein wichtiger Bestandteil der Planung war auch die komplette Neustrukturierung der östlich an den Bahnhof angrenzenden Fläche durch die Schaffung eines erhöhten Vorplatzes, der den Bahnhof mit der Innenstadt und dem Anfang der 1970er-Jahre errichteten Einkaufszentrum „Hoog Catharijne“ verbindet, dem seinerzeit ersten überdachten Shopping Center in Europa. Direkt unterhalb dieser Fläche ist mittlerweile der erste Bauabschnitt der neuen Fahrradstation eröffnet worden. Der Bau soll nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes 2020 rund 13.500 Stellflächen bieten und damit noch vor der Kasai-Station in Tokio das größte Fahrradparkhaus der Welt sein.

Im Innenraum angelangt, braucht man sein Rad nicht zu schieben, sondern man kann auf einer rot markierten Strecke direkt bis zu dem Stellplatz fahren, sodass trotz der enormen Größe der Anlage jederzeit ein schneller Umstieg zwischen Bahn und Rad gewährleistet ist

erklärt Stijn Rademakers

 

Vielschichtige Planung

Mit der Masterplanung für den gesamten Bahnhofsvorplatz sowie mit der architektonischen Planung und Umsetzung der Fahrradstation hatte das zuständige niederländische Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen ProRail im Auftrag der Stadt Utrecht das Rotterdamer Architekturbüro Ector Hoogstad beauftragt, das 2011 einen begrenzt ausgeschriebenen Wettbewerb für das Projekt für sich entschieden hatte. Um die geforderte Anzahl an Stellplätzen zu integrieren und dabei die drei vorab formulierten Hauptziele Komfort, Geschwindigkeit und Sicherheit optimal umzusetzen, entwickelten die Planer gemeinsam mit dem Landschaftsplanungsbüro Sant & Co und den Ingenieuren vom Büro Royal Haskoning DHV eine übersichtlich untergliederte, bewusst hochwertig gestaltete Infrastruktur, die auf drei unterirdischen Ebenen eine Fläche von insgesamt 17.000 Quadratmetern umfasst.

Bahnhof

Für eine bequeme Erreichbarkeit sind die verschiedenen Ebenen der Fahrradstation von Norden und Süden her über leicht geneigte Rampen befahrbar und über fünf Treppenaufgänge sowie zwei Tunnel gleichzeitig direkt an sämtliche Bahnhofsausgänge sowie an die Stadtteile westlich des Bahnhofes angebunden. „Im Innenraum angelangt, brauchen die Nutzer ihr Rad dann nicht zu schieben, sondern sie können auf einer rot markierten Strecke direkt bis zu ihrem Stellplatz fahren, so dass trotz der enormen Größe der Anlage jederzeit ein schneller Umstieg zwischen Bahn und Rad gewährleistet ist“, erklärt Architekt Stijn Rademakers das grundlegende Konzept. „Wichtig dabei ist, dass es zu keinen Kollisionen zwischen fahrenden und laufenden, bzw. auf- und absteigenden Nutzern kommt. Deshalb sind die Fahrbahnen lediglich in eine Richtung befahrbar und sie führen in einer außen liegenden Schleife um die jeweils abzweigenden Stellbuchten sowie um die mittig platzierten Zugangswege zu den Treppenaufgängen herum.“ (...)

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