einszueins architektur, Wohnprojekt Gleis 21 © Hertha Hurnaus

Das soziokratisch organisierte Wohnprojekt auf dem ehemaligen Bahngelände wurde von der im Verein Gleis 21 organisierten Baugruppe mit einem gemeinnützigen Wohnbauträger als Wohnheim im Rahmen der Wohnbauförderung errichtet. Hier wird nicht nur solidarisch gewohnt, sondern mit einem engagierten Kultur- und Veranstaltungsprogramm auch ein wichtiger Beitrag zur sozialen Urbanität geleistet.


 

Selbst in späten Abendstunden wirkt das Haus, das sich von der Bloch-Bauer-Promenade bis an die Ostflanke des Helmut-Zilk-Parks erstreckt, einladend. Das liegt gewiss an der Holzfassade und Details wie der mit offenem Bücherregal, Infotafel und integrierter Sitzbank möblierten Stirnwand, die charmante Signale in die Nachbarschaft senden. Noch mehr aber fördert die Struktur des entspannt unprätentiösen Gebäudes den Dialog mit dem Umfeld. Zwei abgesenkte Höfe verschränken den öffentlichen Raum mit dem Untergeschoss. An den offenen Laubengängen der Nordfassade, die sich immer wieder zu tieferen Aufenthaltsbereichen weiten, und den nach Süden auskragenden Balkonen manifestiert sich das Leben nach außen.

Ein Hybrid-System, mit dem man stärker in Richtung Montagebauweise ging und zudem Kosten für das Baugerüst sparte. Als Innovation wurden die Balkonplatten zugleich mit den Holz-Beton-Verbunddecken eingesetzt.

einszueins architektur, Wohnprojekt Gleis 21 © Hertha Hurnaus


Alle Wohnungen sind dank der Laubengangerschließung durchgesteckt. Die Mittelzone mit den Sanitärräumen wurde zwecks Vereinfachung des Brandschutzes aus Stahlbetonfertigteilen hergestellt. Die Brettsperrholz-Schicht der Decken blieb sichtbar, womit das Holz auch innen präsent ist.
Kleine „Flexwohnungen“, die den beiden angrenzende Wohnungen modular zuschaltbar sind, erlauben künftige Anpassungen. Derzeit werden vier der insgesamt 34 Wohneinheiten geflüchteten Menschen zur Verfügung gestellt, sehr nachgefragt ist die Gästewohnung für temporären Besuch. Jede Einheit wurde von den Architekten gemäß den Bedürfnissen der Bewohner geplant, sodass keine der anderen gleicht. Sieben verschiedene Fensterformate standen zur Auswahl, auch sie tragen zur Lebendigkeit des Erscheinungsbildes bei. Dieser hohe Grad der Individualisierung ist planungsintensiv und nicht immer effizient.

einszueins architektur, Wohnprojekt Gleis 21 © Hertha Hurnaus

einszueins architektur, Wohnprojekt Gleis 21 © Hertha Hurnaus

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