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Freier Zugang zur Kultur

Smithsonian Institution National Museum of Natural History © Alex Proimos

Im Februar 2020 öffnete die Smithsonian Institution (nach eigener Aussage der weltgrößte Museums-, Bildungs- und Forschungskomplex) erstmals in der 174-jährigen Geschichte ihre Bildarchive zur freien Nutzung. Zu diesem Zeitpunkt wurden 2,8 Millionen hochauflösende zwei- und dreidimensionale Bilder aus allen Sammlungen der Institution auf einer frei zugänglichen Plattform publiziert, und zwar unter einer so genannten Creative-Commons-Zero-Lizenz, das heißt sowohl privat als auch kommerziell frei nutzbar – ohne Copyright.


Teil des Smithsonian sind nicht nur die bekannten großen Museen in Washington DC wie das National Air and Space Museum, das Smithsonian American Art Museum oder die National Portrait Gallery, sondern auch das Cooper Hewitt (das bekannte Design-Museum in New York City) sowie diverse Bibliotheken, Archive und Forschungszentren. Während viele andere Museen und kulturgeschichtlichen Sammlungen ihre Objekte zwar digitalisieren, aber deshalb noch lange nicht frei nutzbar machen, sondern ganz im Gegenteil den Zugang zur Nutzung dieser wichtigen kulturellen Ressourcen so gut es geht einschränken, geht das Smithsonian den gegenteiligen Weg. Ganz allein steht es damit allerdings nicht da, einige wichtige andere Museen haben, ebenso wie in diesem Fall, Partnerschaften mit Google Arts and Culture gestartet und Teile ihrer Sammlungen digital zugänglich gemacht. Die Veröffentlichung von Smithsonian ist auch nur der erste Schritt. Die aktuell zugängliche Auswahl soll in Zukunft nach und nach erweitert werden.

Die Sammlungen umfassen angeblich 155 Millionen Objekte, die möglichst alle in den nächsten Jahren digitalisiert werden sollen.

Innerhalb einer Woche wurde die Datenbank bereits mehr als sechs Millionen Mal benützt. Die Bilder der Sammlung sollen nicht nur betrachtet, sondern auch genützt werden – um daraus Neues zu schaffen, zum remixen und neu verwenden. Um das zu verdeutlichen, lud das Smithsonian KünstlerInnen und ForscherInnen in sein Archiv ein und macht die Resultate der Kooperation öffentlich. Die ersten Ergebnisse sind auf der Zugangsseite des neuen Suchdienstes dargestellt: So verwendete die Künstlerin Amy Karle den 3D-Scan eines Triceratops für ihre Skulpturen, die leicht veränderte Trioceratops-Skelette zeigen oder aus Skelett-Teilen wunderschöne, symmetrische Objekte generieren. 

 

https://www.si.edu/openaccess

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