Journal Preview

Fügekunst: Wenn Bäume und Roboter die Arme ausstrecken

Conceptual Joining Ausstellung

Journal Preview Das Projekt „Conceptual Joining – Wood Structures from Detail to Utopia“ an der Universität für angewandte Kunst Wien (gefördert vom FWF) erforscht die Potenziale zwischen natürlich gewachsenen Rohstoffen wie Holz und der Implementierung von digitalen Prozessen, um neue Strukturen zu erschaffen.


Während der Hype um Holz als nachhaltiges Material in der Architekturwelt die Runde macht, begibt sich das Forschungsteam von „Conceptual Joining“ (zu deutsch: Fügekunst) in die bislang weniger erforschten Eigenheiten des Baumaterials. Die komplexen Eigenschaften, die dem natürlichen Wachstum von Holz zugrunde liegen, machen den Baustoff zu einem widerspenstigen Material, welches sich nicht wie Metall oder Beton in verschiedene Formen eingießen lässt. Diese inhomogenen und unregelmäßigen Momente, die der natürliche Baustoff mit sich bringt, werden innerhalb des Forschungsteams als Potenzial verstanden. Anstatt sich eine vordefinierte Bauaufgabe als Ziel zu setzen, begann das interdisziplinäre Team – bestehend aus ArchitektInnen, Zimmerer­Innen, DesignerInnen und Ingenieur­Innen – die Materialeigenschaften im Detail zu studieren. Vom Kleinen ins Große gehend, entwickelten sie daraus mögliche Konstruktionsweisen, welche frei von vordefinierten Gebrauchszwecken, aber aus der vorgefundenen Materiallogik heraus entstanden sind. 

Conceptual Joining Roboter

Nach der ersten erfolgreichen Umsetzung einer Struktur aus schlanken Kanthölzern, die von traditioneller japanischer Handwerkskunst inspiriert und mit Hilfe von Robotern und computergestützten Programmen auf neue Weise errichtet wurde, begann das Forschungsteam natürlich gewachsene Astgabeln miteinander zu einer Konstruktion zu verbinden.

Das Projekt „Branch Formation“ versteht die organisch gewachsenen Astgabeln als natürlich optimierte Knotenpunkte, die miteinander in einem künstlichen Tragwerk zusammengefügt auf neue Weise aktiviert werden können.

Die Y-förmigen Astgabelungen mit drei Enden wurden entlang der Faserrichtung und ihrer Wachstumslogik analysiert und mittels photogrammetrischen 3D-Scannern als digitale Objekte erfasst. Mit Hilfe von 3D-Zeichenprogrammen wurden die katalogisierten Verzweigungen an deren Enden zusammengeschlossen und zu einem physischen Raumgebilde zusammengefügt...

Den ganzen Beitrag zu den Projekten von Conceptual Joining gibt es in der neuen Ausgabe von architektur.aktuell zu lesen:

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