Sidewalk lab Smart city toronto

Sidewalk Labs ist ein Unternehmen der Google-Mutter Alphabet Inc. Sein Ziel ist es, städtische Infrastruktur durch technische Entwicklungen zu verbessern und dabei auch Fragen der Wohnkosten, der Mobilität und des Energieverbrauchs einzubeziehen. Kurz gesagt handelt es sich um ein Unternehmen, das die „Smart City“ umsetzen will, und zwar auf Basis der Grundprinzipien von Google: Big Data, Plattformökonomie, Vernetzung von möglichst allem.


Über die Pläne von Sidewalk Labs drangen gruselige Dinge nach außen. So sollen Themen wie ein eigenes Steuersystem, ein eigenes Strafrechtssystem, Location Tracking für alle BewohnerInnen und ein Social-Credit-Modell nach chinesischem Vorbild erwogen worden sein. Dieser Zugang steht in einem klaren Gegensatz zu Smart-City-Konzepten, wie sie etwa die Stadt Wien, aber auch etliche andere Städte vertreten: Dabei wird Technologie mit einem starken sozialen und auch kulturellen Impetus verknüpft, es geht um Partizipation und Information, um soziale Gerechtigkeit und Datenschutz. Der erste konkrete Anwendungsfall für Sidewalk Labs sollte Toronto sein, wo das Unternehmen seit 2017 an der Entwicklung der Quayside, einem fünf Hektar großen Areal im Zentrum der Stadt, am Ufer des Ontario-Sees, arbeitete.

Es sollte ein Pilotprojekt für neue Technologien, Materialien und Prozesse werden, sodass „eine grundsätzlich nachhaltigere und besser leistbare Nachbarschaft mittels technologischer und städtebaulicher Innovationen entsteht“.

Sidewalk Toronto ist seit dem 7. Mai 2020 Vergangenheit, der CEO Dan Doctoroff gab an diesem Tag den Abbruch des Projekts bekannt, als Grund nannte er Unsicherheiten am Immobilienmarkt aufgrund der Coronakrise. Hier wollte Sidewalk Labs bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar investieren, um Holzhochhäuser, autonome Autos, automatische Müllentsorgungssysteme und vieles mehr umzusetzen. 40 Prozent der Wohnungen sollten für niedrige und mittlere Einkommen reserviert bleiben. Für die Planung wurde ein eigenes digitales Masterplanungs-Werkzeug entwickelt, das Daten und Informationen aus allen beteiligten Disziplinen zusammenführen sollte. Und der neue Stadtteil sollte natürlich als Datenlieferant für die Stadt der Zukunft dienen. Allerdings gab es von Beginn an lokalen Widerstand gegen das Projekt, vor allem aufgrund von Sorgen über Datensammlung und -nutzung. Auch wenn Toronto gescheitert ist: laut Doctoroff soll es mit Sidewalk Labs weitergehen – wie, wird sich zeigen.

 

www.sidewalklabs.com

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