Architektur als Werkzeug zur Verbesserung des Lebens:

Mit dieser Überzeugung ging Architektin Anna Heringer an die Planung von Anandaloy in Rudrapur, Bangladesch, ein Zentrum für Menschen mit Behinderungen sowie ein kleines Atelier für die Herstellung fairer Textilien genannt „Dipdii Textiles“.

Aus lokalen Materialien wie Lehm und Bambus sowie mit viel händischer Arbeit konstruiert, ist es die gelebte Philosophie der deutschen Architektin, die ein Gebäude als viel mehr als nur ein Bauwerk, sondern als echten Katalysator für die lokale Entwicklung einer Region betrachtet. Das Budget fließt damit an die ansässigen Bauern und Handwerker zurück und ermöglicht wieder Raum und Ressourcen für die nächsten Projekte.

Das Besondere an Anandaloy ist, dass statt einer deutschen Bauleitung diesmal eine einheimische Bauunternehmung eingesetzt wurde. Zudem beteiligte sich ein Team von Lehm- und Bambusarbeitern aus dem Dorf an der Realisierung des Projektes, darunter auch einige Menschen mit Behinderungen. Die Weitergabe von Wissen war ein zentrales Anliegen von Anna Heringer ebenso wie die Sichtbarmachung von Behinderungen, die in Bangladesch heute immer noch als Strafe oder als schlechtes Karma aus einem früheren Leben betrachtet werden. Die Einbindung von Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen, die in Ermangelung vorhandener Therapie- und Betreuungsplätzen auf sich allein gestellt wären, ist deshalb ein fundamentales Element des gesamten Projekts...

© Anna Heringer | Foto: Kurt Hoerbst

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