Architekt Rüdiger Lainer über das HoHo in Wien

Hohes Holz

https://www.architektur-aktuell.at/magazine/architektur-aktuell-6-8-2020

In der Seestadt Aspern wurde mit dem HoHo Wien eines der höchsten Holzhochhäuser der Welt errichtet. Geplant hat es das Büro RLP – Rüdiger Lainer + Partner. Ein Gespräch über Herausforderung und Innovationspotential der Hybridbauweise von Holz und Stahlbeton mit Architekt Rüdiger Lainer.


 


Holz ist eines der nachhaltigsten Baumaterialien, die es gibt. Es ist natürlich, wächst nach, verbreitet angenehme Atmosphäre, riecht gut. Zu Brettschichtholz verleimt, gewinnt es noch einige Eigenschaften dazu, die für den Bau vorteilhaft sind: Es wird tragfähiger, quillt oder schwindet nicht, lässt sich in der Halle unter optimalen Bedingungen vorproduzieren und dann schnell und unkompliziert vor Ort montieren.

Raschere Bauzeit

Das spart teure Baustellenzeit. Trotzdem begegnete man dem Holz vor allem bei höheren Gebäuden mit viel Skepsis. Bis zu vier Geschosse traute man ihm zu, weiter wagte man sich – zumindest hierzulande – nicht vor. Das lag vor allem an der historisch bedingten Angst vor Bränden. Kombiniert man Holz in Hybridbauweise mit Stahlbeton oder Stahl, kann man die Vorteile der verschiedenen Materialien optimal kombinieren.

Gestaffelte Höhe

In der Wiener Seestadt Aspern steht nun mit 84 Metern Höhe und 24 Geschossen eines der höchsten Holzhäuser der Welt. Hybridbauweise sei Dank. Geplant wurde das Holzhochhaus, das liebevoll HoHo genannt wird, vom Büro RLP Rüdiger Lainer + Partner. „Wir setzten schon einige Holzbauten um und experimentieren gern mit Holz. Es ist das einfachste, ökologischte und innovativste Material.“ RLP entwickelte auch das städtebauliche Leitbild für das Seeparkquartier: Es sieht bei der U2 - Endstation Aspern Seestadt beiderseits der Bahntrasse je einen Turm vor.

Eines der höchsten Holzhochhäuser der Welt: HoHo-Wien Photo: cetus Baudevelopment u kito at

Eines der höchsten Holzhochhäuser der Welt: HoHo-Wien  Photo: cetus Baudevelopment u kito at

Wir setzten schon einige Holzbauten um und experimentieren gern mit Holz. Es ist das einfachste, ökologischte und innovativste Material.“

Architekt Rüdiger Lainer

 

Einer davon ist das HoHo Wien, das als Konglomerat aus drei miteinander verbundenen Bauteilen unterschiedlicher Höhe konzipiert ist. Der niederste ist 40 Meter hoch, der mittlere 57 Meter, der höchste 84 Meter. Alle verjüngen sich leicht nach oben hin. Dank des höchsten, schlanken Turms auf trapezförmigem Grundriss wirkt der HoHo Wien als Landmark für die Seestadt, der schon aus der Entfernung zu sehen ist.

Bauprozess_Schema-Kern Grafik: RLP Partner

Bauprozess_Schema-Kern Grafik: RLP Partner

Mehr über den Bauprozess des HoHo lesen Sie in der Technology-Rubrik von

architektur-aktuell 06-08/2020

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